
2. Inhalt und Bildgestaltung
Das allerwichtigste Kriterium für gute Sportfotos, wie für die meisten Fotos überhaupt (und deshalb entgegen der aus Schulaufsätzen gewohnten Spannungssteigerung gleich zu Anfang dieser Einführung) ist der Bildinhalt.
Eine aussagekräftige Aufnahme entzieht sich der Technikfrage und bringt wesentliche Inhalte zum Beispiel des dazugehörigen Zeitungsartikels in dem kurzen Moment des Auslösens auf den Punkt, sie ist ein Eye-Catcher und im Idealfall ganz ohne Bildunterschrift für die Zielgruppe erschließbar. Sie ist reduziert auf das Wesentliche, ohne aber wichtige Inhalte vorzuenthalten.
Allerdings muss eine großartige Sportaufnahme nicht zwingend nur ein einzelnes Bild sein, sie kann auch erst eingebettet in eine ganze Serie von Bildern ihre Wirkung entfalten. Für die Tagespresse interessanter allerdings sind aussagekräftige Einzelaufnahmen, da heute leider kaum mehr eine Zeitung bereit ist Platz und Geld für Fotoserien und ausführlichen Bildjournalismus zu opfern.
Wichtig in beiden Fällen ist zunächst ein grundlegendes Verständnis von dem, was man fotografiert. Das umfasst sowohl grundlegende Kenntnisse über die Sportart als auch über aktuell interessante Themen rund um das konkrete Ereignis. Gibt es personelle Veränderungen bei Mannschaften, steht eine bestimmte Person gerade besonders im Rampenlicht, steckt ein Verein in der Krise oder hat ein Sportler gerade die Möglichkeit zu einer einmaligen Siegesserie? Nur wer sich im Vorfeld eingehend mit dem zu fotografierenden Ereignis beschäftigt, kann anschließend zuverlässig aussagekräftige Bilder präsentieren. Aktuelle Informationen aus den verschiedenen Medien sind Pflicht, die Kür dann das eigenständige Erfassen und Festhalten potentiell wichtiger Momente und Motive während des Fotografierens. Man sollte sich immer bewusst sein, das Sportfotografie, von wenigen Künstlern in diesem Genre einmal abgesehen, in erster Linie Journalismus ist, nur eben mit Kamera statt Stift.