
Die lange Verschlusszeit wurde in diesem Bild eingesetzt, um einen grafischen, verwischten Effekt zu erzielen. (16mm, Blende 4.5, 1/25s, ISO 400)
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Die Blendenautomatik TV kann dann die bessere Wahl sein, wenn Blende und Freistellung relativ egal sind und dafür eine bestimmte Verschlusszeit als Gestaltungsmittel dienen soll. So kann man zum Beispiel eine relativ lange Verschlusszeit einstellen, um von einem schnell bewegten Motiv einen Mitzieher zu machen, bei dem alles Unbewegte außen rum verwischt. Dabei spielt die Blende insofern keine große Rolle, als dass außer dem Protagonisten durch den Wischeffekt ohnehin nichts scharf abgebildet wird. Die Blende wird dann jeweils von der Kamera errechnet, bei wechselnden Lichtbedingungen können also durchaus unterschiedliche Werte bei konstanter vorgegebener Verschlusszeit zu richtig belichteten Bildern führen.

Handball unter schlechtesten Lichtbedingungen: Selbst mit einem Kameragehäuse aus dem Jahre 2004 lassen sich mit ISO 3200 noch sehr brauchbare Ergebnisse erzielen. Aktuelle Gehäuse wurden in diesem Punkt nochmal um einiges verbessert. (200mm, Blende 2.0, 1/800s, ISO 3200)
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Es ist bei schlechtem Licht also meistens nötig, die ISO-Empfindlichkeit entsprechend nach oben anzupassen, was den Effekt des Bildrauschens mit sich bringt. Dazu sei aber erwähnt, dass heutige Kameras ohnehin eine hervorragende Bildqualität auch bei hohen ISO-Zahlen wie 1600 bieten, so dass bei normalen Ausbelichtungen das Rauschen eh kaum störend wahrgenommen wird. Zum anderen ist es doch meistens besser überhaupt ein scharfes und richtig belichtetes Bild zu haben, als gar keines oder ein durch zu lange Verschlusszeit verwischtes.