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1. Vorwort

Wer an Sportfotografen denkt, dem kommen meistens zunächst die Männer mit den großen weißen Rohren am Spielfeldrand der Bundesliga ins Gedächtnis, deren Namen man nur selten kennt, deren Bilder aber tagtäglich mit Kürzeln wie „dpa“ oder „reuters“ versehen in der Zeitung erscheinen. Und für nicht wenige ambitionierte Hobbyfotografen ist es der größte Traum, selbst mal neben den Profis bei hochklassigen Spielen an der Bande zu sitzen.
Damit verbunden ist oft der Irrglaube, dass man überhaupt erst dort anfangen könne, gute Sportfotos zu machen, herrscht doch nur in Bundesliga-Stadien ein fototaugliches Flutlicht, sehen doch Zuschauer im Hintergrund viel besser aus als der Kraut- und Rüben-Acker hinter dem örtlichen Bolzplatz und macht ein Oliver Kahn als Motiv doch einfach viel mehr her als der Huber Seppi vom Heimatverein.
Diese Meinung verkennt aber schlicht folgendes: In der Sportfotografie ist es wie fast überall, man fängt ganz unten an. Kaum einer der Profis hat in der Bundesliga begonnen und krönt das dann noch mit Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen. Nein, die allermeisten haben ganz unten angefangen und sich mühsam hochgearbeitet. Haben mit hochklassigen Portfolios aus unteren Ligen den Zugang zu den hohen gefunden. Denn wer bei Kreisklassen-Partien der Lokalkicker gute und aussagekräftige Bilder zustande bringt, der schafft es auch in der Champions League. Kreativität und der Blick für den richtigen Moment sind Voraussetzung von Anfang an, keine Eigenschaft die sich direkt proportional zur Liga-Höhe ganz von selbst steigert.
Ein aussagekräftiges Foto von einem unbekannten Sportler in einer niedrigeren Liga macht sich im Portfolio immer besser als das Bild eines simpel abfotografierten Spitzensportlers, das nur von der Prominenz des Motivs statt von zeigenswertem Bildinhalt oder kreativer Gestaltung lebt. Man sollte sich also nicht von dem verleiten lassen, was der Wirtschaftswissenschaftler Jeremy Rifkin einmal unter dem Begriff der Zugangsgesellschaft formuliert hat:
Um sich zu unterscheiden und sich selbst hervorzuheben, sind Mode, Schmuck, Markenartikel heute immer noch wichtig. Ein noch wichtigeres Statussymbol aber ist es, zu exklusiven Erlebniswelten zugelassen zu werden.
Die Exklusivität des Blicks auf einen Spitzensportler ist in der Sportfotografie aber kein Vergleich zur Exklusivität kreativer, emotionaler oder Actiongeladener Bilder, denn letztere verlangen tatsächliches Können statt der bloßen Anwesenheit bei einer bestimmten Veranstaltung. Deshalb werden in dieser Einführung auch fast nur Bildbeispiele aus Amateurklassen oder von Positionen gezeigt, die für jeden Zuschauer problemlos zugänglich sind.
Womit wir beim Aufbau dieser kleinen Einführung in die Sportfotografie angelangt wären. Das wichtigste soll gleich zu Anfang kommen: Der Inhalt und Bildaufbau guter Sportfotos. Dann kommen wir zu einem Punkt, dessen Wichtigkeit gerade in der Sportfotografie nicht zu verleugnen ist, deren Rolle aber auch schnell überschätzt wird: Die Ausrüstung und Technik. Übrigens wird bei dieser Einführung zumeist von digitalen Spiegelreflexkameras ausgegangen, allerdings können viele der technischen Hinweise auch auf analoge Kameras und digitale Kompakt- oder Bridgekameras übertragen werden.
Anschließend soll noch auf einige ausgewählte Sportarten im Detail eingegangen und darauf zugeschnittene Tipps dargestellt werden, bevor wir zu dem kritischen Punkt der Nachbearbeitung der Bilder und zum angemessenen Verhalten am Sportplatz kommen.

2. Inhalt und Bildgestaltung

Das allerwichtigste Kriterium für gute Sportfotos, wie für die meisten Fotos überhaupt (und deshalb entgegen der aus Schulaufsätzen gewohnten Spannungssteigerung gleich zu Anfang dieser Einführung) ist der Bildinhalt.
Eine aussagekräftige Aufnahme entzieht sich der Technikfrage und bringt wesentliche Inhalte zum Beispiel des dazugehörigen Zeitungsartikels in dem kurzen Moment des Auslösens auf den Punkt, sie ist ein Eye-Catcher und im Idealfall ganz ohne Bildunterschrift für die Zielgruppe erschließbar. Sie ist reduziert auf das Wesentliche, ohne aber wichtige Inhalte vorzuenthalten.
Allerdings muss eine großartige Sportaufnahme nicht zwingend nur ein einzelnes Bild sein, sie kann auch erst eingebettet in eine ganze Serie von Bildern ihre Wirkung entfalten. Für die Tagespresse interessanter allerdings sind aussagekräftige Einzelaufnahmen, da heute leider kaum mehr eine Zeitung bereit ist Platz und Geld für Fotoserien und ausführlichen Bildjournalismus zu opfern.
Wichtig in beiden Fällen ist zunächst ein grundlegendes Verständnis von dem, was man fotografiert. Das umfasst sowohl grundlegende Kenntnisse über die Sportart als auch über aktuell interessante Themen rund um das konkrete Ereignis. Gibt es personelle Veränderungen bei Mannschaften, steht eine bestimmte Person gerade besonders im Rampenlicht, steckt ein Verein in der Krise oder hat ein Sportler gerade die Möglichkeit zu einer einmaligen Siegesserie? Nur wer sich im Vorfeld eingehend mit dem zu fotografierenden Ereignis beschäftigt, kann anschließend zuverlässig aussagekräftige Bilder präsentieren. Aktuelle Informationen aus den verschiedenen Medien sind Pflicht, die Kür dann das eigenständige Erfassen und Festhalten potentiell wichtiger Momente und Motive während des Fotografierens. Man sollte sich immer bewusst sein, das Sportfotografie, von wenigen Künstlern in diesem Genre einmal abgesehen, in erster Linie Journalismus ist, nur eben mit Kamera statt Stift.

2.1. Der Dauerbrenner: Emotionen

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Nicht ganz alltäglicher Ärger über eine vergebene Torchance. Dieses Bild war einer Regionalzeitung zusätzlich zum Spielbereicht einen eigenen Artikel wert. (400mm, Blende 2.8, 1/500s, ISO 800)
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Die Allzweckwaffe für aussagekräftige Bilder sind Emotionen. Wer war der große Gewinner, wer der Verlierer? Jubel, Freude, Erleichterung auf der einen, Enttäuschung, Wut und Verzweiflung auf der anderen Seite, das sind Momente die in mehr oder weniger ausgeprägter Form fast jedes Sportereignis begleiten. Wer es schafft das festzuhalten hat schon halb gewonnen. Am besten gelingt das, in dem man die Emotionen in einen Kontext bringt. Ein bewährtes Mittel ist vor allem der Kontrast: Die jubelnde Mannschaft im Hintergrund, der enttäuscht auf dem Boden liegende Gegner davor. Oder durch Bildgestaltung die Intention verstärken: Den enttäuschten Verlierer einsam und verlassen auf dem großen Fußballfeld oder den jubelnden Sieger vor den feiernden Fans auf der Tribüne.
Dabei sollte man auch darauf achten, dass eine konkrete Emotion auch wirklich repräsentativ für die Veranstaltung oder Person ist. Das Bild eines jubelnden Spielers nach seinem Treffer zum 1:0 kann sehr schnell sehr uninteressant werden, wenn das Spiel letztlich 1:5 endet. Ein lachender Trainer, dessen Job gerade wackelt weil die Mannschaft in der Krise steckt, wird nur sehr selten Verwendung finden. Ganz anders kann die Lage eine Woche später aussehen, wenn der Befreiungsschlag gelungen ist – nur ist dann ein eine Woche altes Bild schon veraltet und beliebig ersetzbar. Für das Archiv sind Bilder von vielfältigen Emotionen natürlich immer sinnvoll.
Emotionen sind oft nur Sekundenbruchteile dauernde Ausbrüche, weshalb es besondere Konzentration und Umsicht erfordert sie festzuhalten. Manchmal kann der Jubel über ein Tor auf der Trainerbank sehr viel emotionaler ausfallen als der des Torschützen, oft spielen sich weit weg vom Ball noch ganz andere Scharmützel ab, auf die man immer eine Auge haben sollte. Emotionen haben im Sport meistens auch immer zwei Seiten: Die Jubelnden und die Enttäuschten. Im Eifer des Gefechts sollte man daher nie vergessen, auch noch die jeweils andere Seite im Bild festzuhalten.

2.2. Das Sportliche: Action

Nicht weniger bedeutend als Emotionen ist Action. Verbissene Zweikämpfe, spektakuläre Flugeinlagen und einmalige Szenen in einem Sekundenbruchteil festgehalten sind genauso Eye-Catcher wie große Emotionen. Im Idealfall schafft man die Kombination von beidem: Emotionen und Action. Der erschrockene Blick eines Torwarts, der gerade den Ball passieren lässt, der Schrei eines Basketballers, wenn er nach einem Dunk am Korb hängt, das sind einmalige kurze Momente, die festzuhalten neben Glück auch ein großes Maß an Erfahrung und Vorahnung voraussetzen.
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Luftkampf zwischen drei Spielern. Der Ball ist direkt am Kopf, der enge Schnitt und der dunkle Hintergrund beschränken das Bild auf das Wesentliche. (400mm, Blende 3.5, 1/800s, ISO 1600)
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Für den Anfang aber völlig ausreichend und ohnehin schwierig genug sind aber schon die ganz „gewöhnlichen“ Action-Aufnahmen. Sie sollen im Idealfall entscheidende Momente im Spielverlauf oder der Sportart festhalten. Ganz typische Momente eines bestimmten Sports sind dabei genauso wichtig wie die Ungewöhnlichen. Beim Hürdenlauf empfiehlt es sich natürlich, den Sportler beim Sprung über die Hürde abzulichten und nicht beim Lauf zwischen zwei Hürden, könnte so ein Foto doch genauso von jeder normalen Lauf- oder Sprint-Disziplin stammen. Wesentlich seltener, dafür fast immer ein Eye-Catcher sind die ungewöhnlichen, tragischen oder komischen Momente. Rutscht einem Spieler im Zweikampf die Hose runter, stürzt der Hürdenläufer über sein Hindernis?
Das sind Momente, die man selten voraussehen kann, sie erfordern dann umso mehr ständige Konzentration, schnelle Reaktion und blindes Beherrschen der Technik. Doch dazu später mehr.
Die typischen Abläufe dagegen sind sehr gut voraussehbar, was aber nicht weniger Aufmerksamkeit erfordert um wirklich den richtigen Moment zu erwischen. Gerade wenn man nicht über eine Profi-Kamera verfügt, die bis zu zehn Bilder pro Sekunde verfeuern kann, ist Timing das A und O. Dazu braucht es vor allem Erfahrung bei der entsprechenden Sportart, auch hier heißt die Devise schlicht „üben, üben, üben“. Und auch 10 fps garantieren nicht den richtigen Moment, schon gar nicht wenn blind drauf gehalten wird. Bei einem Kopfballduell oder dem Angriffsschlag eines Volleyballers befindet sich der Ball nur so kurz in der Nähe der Spieler, dass ein passendes Bild bei Dauerfeuer ein Glückstreffer bleibt. Mit gutem Timing dagegen gelingen solche Aufnahmen recht zuverlässig.
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Beachvolleyball aus einer ungewohnten Perspektive: Hier wurde die einmalige Möglichkeit ausgenutzt, dass sich direkt neben dem Platz hohe Gebäude befanden. (280mm, Blende 4.5, 1/2500s, ISO 200)
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Je enger der Bildausschnitt, desto schwieriger wird das Abdrücken zur rechten Zeit. Ein enger Bildausschnitt ist aber ein weiteres nicht zu verachtendes Gestaltungsmittel eines guten Sportfotos. Je mehr der Betrachter das Gefühl hat ganz nah dran zu sein am Geschen, desto intensiver wirkt das Bild. Dies kann man vermitteln durch den Einsatz eines Teleobjektivs, mit dem man versucht von Anfang an möglichst nah dran zu sein, um anschließend weniger beschneiden zu müssen, oder aber man geht falls möglich mit dem Weitwinkel selbst so nah wie möglich ans Geschehen ran.
Generell sollte man dabei immer das Bild auf das Wesentliche beschränken, sei es durch gute Freistellung des Motivs, engen Beschnitt oder den Hervorhebungseffekt naher Motive mit einem Weitwinkel. Und natürlich, das gilt für so ziemlich jede Empfehlung in dieser Einführung, sollte diese Regel auch mal gebrochen werden. Wer erinnert sich nicht an das Bild des einsam durch das Römer Stadion schreitenden Franz Beckenbauer, nach dem seine Mannschaft 1990 den Weltmeistertitel gewann? Was stellt diesen Moment wohl besser da: Ein Formatfüllender Kaiser oder der kleine Kaiser mutterseelenallein im weiten Grün des Stadio Olimpico? Wenn es sich anbietet, sollte man den Kontext also durchaus sinnvoll mit einbeziehen, bei Action- genauso wie bei allen anderen Aufnahmen.
Vor allem sollte man den Mut haben, auch andere Bildgestaltungen und Techniken auszuprobieren. Fußball mit Weitwinkel statt 400mm Brennweite und das ohne die bekannte Hintertor-Kamera einzusetzen? Warum nicht! Es liegt in der Natur der Dinge, dass solche Versuche oft genug kläglich misslingen werden, dass man im Nachhinein jeder Minute nachtrauert, die man nicht doch in die klassischen Bilder investiert hat. Die wenigen genialen Momente aber, die man durch mutiges ausprobieren einfangen kann, die sind oft jeden Fehlversuch vorher wert.

2.3. Das Drumherum: Features

Ein letzter Punkt, den man weder in seinem gesamten Portfolio noch bei der Abdeckung eines einzelnen Events vergessen sollte, sind „Features“. Die Definition eines auf Textjournalismus bezogenen Medien-Features nach Wikipedia lautet:
Features zeichnen sich durch dramaturgische Gestaltung aus, technische Kunstfertigkeit und eine große Vielfalt sprachlichen Ausdrucks. Sie enthalten sowohl Merkmale einer Reportage als auch einer Dokumentation.
Auf die Sportfotografie bezogen heißt das: Man sollte den Blick schweifen lassen, sich nicht versteifen auf Zweikämpfe und Jubelbilder, sondern das Fotografieren was andere übersehen. Gibt es Details am Spielfeldrand, auf der Tribüne, generell rund um die Veranstaltung, die einen anderen Blickwinkel auf die Sportart zeigen? Motive, die weniger konkreten Journalismus, sondern fast schon Kunst bedeuten? Bilder, die eine Sportart und alles was damit zusammenhängt, vom Fan bis zum Platzwart, zeitlos illustrieren können? Oder kann man mit Hilfe einer Bilderserie ein bestimmtes Detail dokumentieren und kommt dabei Personen näher, begleitet sie vor und nach der Veranstaltung und zeigt sie damit aus einem bis dato unbekannten, persönlichen Blickwinkel?
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Die Füße eines abspringenden Beachvolleyballers: Als Illustrationsbild zeitlos verwendbar. (400mm, Blende 4.0, 1/1000s, ISO 200)
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Der Blick für das Ungewöhnliche und Besondere, für Details neben dem Geschehen und der Mut, ein paar Standard-Szenen zu verpassen um dafür ein einmaliges Bild zu schaffen, das zeichnet den wirklich guten Sportfotografen aus.
Die Vorbereitung auf eine Sportveranstaltung ist also das A und O für gelungene Aufnahmen. Natürlich kann man auch ohne den ein oder anderen Glückstreffer erzielen, die Ausbeute steigt allerdings enorm, wenn man bereits vor Ankunft am Sportplatz verschiedene Bildideen im Kopf hat und dann versucht gezielt an deren Umsetzung zu arbeiten. Dabei kann auch ein Blick über den Tellerrand nicht schaden: Wie wurde die Sportart bisher umgesetzt? Welche Perspektiven sind möglich? Man sollte nicht aus falschem Stolz glauben, man könnte ganz ohne Inspiration die Sportfotografie neu erfinden. Es gibt heutzutage fast nichts, was noch nicht fotografiert wurde, so ist es durchaus legitim sich ein paar Bildideen von den Großen des Fachs abzuschauen und versuchen sie umzusetzen. Der Lerneffekt ist enorm, man schärft den Blick und schafft es mit dem gewonnen Wissen dann ganz eigene, vielleicht wirklich einmalige Bilder umzusetzen.
Hat man es erstmal geschafft sich eine gewisse technische Fertigkeit und einen Blick für interessante Motive zuzulegen, dann kann es auch nicht schaden einen eigenen Bildstil, eine individuelle Bildsprache mit Wiedererkennungseffekt zu entwickeln. Das allerdings ist ein Prozess, der sich kaum willentlich beeinflussen lässt, welche Bilder einem selbst am besten gefallen ist Geschmackssache und bildet sich mit steigender Zahl an Sportfotos ganz von selbst aus.

3. Technik und Ausrüstung

Um die Kreativität und den Willen, etwas Besonderes zu schaffen, auch wirklich ausnutzen zu können, dafür ist zunächst das blinde und sichere Bedienen der Technik Voraussetzung. Was hilft die schönste Bildidee, die man vielleicht nur in einem einzigen kurzen Moment verwirklichen kann, wenn man dann am Nicht-Beherrschen der Technik scheitert?
Das elementarste ist also zunächst ein prinzipielles Verständnis von der Technik der Fotografie an sich, von Blende, Verschlusszeit, ISO und deren Zusammenhang. Da darüber inzwischen wirklich hinreichend Bücher geschrieben wurden, soll hier nur auf ein online kostenlos zugängliches Werk hingewiesen werden: www.fotolehrgang.de. Der dort angebotene Leitfaden ist auch in gedruckter Form erhältlich und sollte ausreichen, um sich ein grundlegendes Verständnis von Fototechnik anzueignen.
Darüber hinaus ist der beste Lehrmeister immer noch die Erfahrung durch eigenes Ausprobieren. Möglichkeiten um verschiedene Einstellungen auszuprobieren sollten sich genug finden lassen, vom fliegenden Vogel bis zum vorbeifahrenden Auto eignet sich vieles als Motiv zum Ausprobieren.
Generell sollte man sich bei den Einstellungen nicht auf Motivautomatik-Programme der Kamera verlassen, auch wenn einige so etwas wie einen „Sportmodus“ anbieten. Die Kamera weiß nie, welches Motiv der Fotograf wie umsetzen will und errechnet nur Standard-Parameter, die zwar dafür sorgen, dass das Bild nicht gänzlichen misslingen sollte, das von einem technischen guten Sportfoto meistens aber noch weit entfernt ist.

3.1. Die Basics: Verschlusszeit, Blende und ISO

Verschlusszeit und Blende sind dabei wesentliche Gestaltungselemente eines Bildes, von deren Einstellungen man höchstens eines der Kameraautomatik überlassen sollte. Die besten Einstellungen der Kamera sind also die Zeitautomatik AV (man gibt die Blende und ISO vor, die Kamera errechnet je nach eingestelltem Messmodus die passende Verschlusszeit), die Blendenautomatik TV (man gibt Verschlusszeit und ISO vor, während die Kamera je nach Messmodus die passende Blende für ein korrekt belichtetes Bild errechnet) oder der Manuelle Modus, in dem sämtliche Einstellungen von Hand vor nimmt.
Alle drei Modi haben ihre spezielle Daseinsberechtigung und eignen sich je nach Bildidee und äußeren Bedingungen mehr oder weniger gut. Die Zeitautomatik AV empfiehlt sich dann, wenn man durch eine selbst eingestellte Blende einen bestimmten Effekt bei nicht konstanten Lichtbedingungen erzielen möchte, zum Beispiel einen durch möglichst offene Blende freigestellten Spieler. Dabei sollte man die ISO jeweils so anpassen, dass die Kamera immer eine ausreichend kurze Verschlusszeit zum Einfrieren des Motivs errechnen kann.
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Die lange Verschlusszeit wurde in diesem Bild eingesetzt, um einen grafischen, verwischten Effekt zu erzielen. (16mm, Blende 4.5, 1/25s, ISO 400)
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Die Blendenautomatik TV kann dann die bessere Wahl sein, wenn Blende und Freistellung relativ egal sind und dafür eine bestimmte Verschlusszeit als Gestaltungsmittel dienen soll. So kann man zum Beispiel eine relativ lange Verschlusszeit einstellen, um von einem schnell bewegten Motiv einen Mitzieher zu machen, bei dem alles Unbewegte außen rum verwischt. Dabei spielt die Blende insofern keine große Rolle, als dass außer dem Protagonisten durch den Wischeffekt ohnehin nichts scharf abgebildet wird. Die Blende wird dann jeweils von der Kamera errechnet, bei wechselnden Lichtbedingungen können also durchaus unterschiedliche Werte bei konstanter vorgegebener Verschlusszeit zu richtig belichteten Bildern führen.
Hat man dagegen gleich bleibende Lichtbedingungen, zum Beispiel bei künstlicher Beleuchtung in Sporthallen oder bei Flutlichtspielen, dann empfiehlt sich der manuelle Modus. Hat man die richtigen Einstellungen gefunden kann man konstant belichtete Aufnahmen machen, während sich die Messautomatik durch unbedeutende Helligkeitsunterschiede aus der Fassung hätte bringen lassen. Gibt es allerdings signifikante Helligkeitsunterschiede auf dem Platz, zwischen denen man häufig wechselt, kann manuelles Nachstellen mühsam sein, hier empfiehlt sich wieder eine der beiden Teilautomatiken.
Eine in jedem der drei Modi manuell vorzunehmende (auch wenn neuste Kameramodelle teilweise schon Automatiken bieten) Einstellung ist allerdings die ISO-Zahl. Diese Empfindlichkeit, die man im Gegensatz zur analogen Fotografie mit Film heute von Aufnahme zu Aufnahme denkbar einfach variieren kann, wird mit jeder Kamerageneration etwas ausgeweitet und hat entscheidende Bedeutung gerade im Sport. Wenn man Action einfrieren will benötigt man eine bestimmte Verschlusszeit, die bei den meisten Ballsportarten 1/500s oder sogar noch kürzer sein sollte. Diese zu erreichen ist selbst mit Blende 2.8 oder lichtstärker mit der niedrigsten Empfindlichkeit höchstens bei Sonnenschein möglich. Bewölkung oder gar künstliche Beleuchtung erfordern dagegen immer höhere ISO-Zahlen, um mit den entsprechenden Mindestvorgaben noch richtig belichtete Bilder zu erzeugen. Gerade kleinere Sporthallen und lokale Fußballplätze bieten meist eine unglaublich schlechte Beleuchtung, mit der das menschliche Auge noch gut zu Recht kommt, die das Fotografieren allerdings zum Graus machen kann. Wenig Licht kann man zum einen natürlich ausgleichen durch längere Verschlusszeiten, wodurch man aber Bewegung oft nicht mehr einfrieren kann. Eine andere Möglichkeit bieten Objektive mit mehr Lichtstärke, die durch ihre offenere Blende mehr Licht auf den Kamerasensor bringen und auch noch den oft gewünschten Nebeneffekt einer besseren Motivfreistellung bieten. Solche Objektive sind allerdings oft sehr teuer und schwer, auch benötigt man doch meistens eine „Mindestschärfentiefe“ um auch das ganze Motiv scharf abbilden zu können, zumal bei schlechten Licht auch der Autofokus Schwierigkeiten hat und so der hintere Fuß noch in der Schärfebene liegen kann, während der Oberkörper eines Spielers schon aus dieser herausgelaufen ist.
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Handball unter schlechtesten Lichtbedingungen: Selbst mit einem Kameragehäuse aus dem Jahre 2004 lassen sich mit ISO 3200 noch sehr brauchbare Ergebnisse erzielen. Aktuelle Gehäuse wurden in diesem Punkt nochmal um einiges verbessert. (200mm, Blende 2.0, 1/800s, ISO 3200)
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Es ist bei schlechtem Licht also meistens nötig, die ISO-Empfindlichkeit entsprechend nach oben anzupassen, was den Effekt des Bildrauschens mit sich bringt. Dazu sei aber erwähnt, dass heutige Kameras ohnehin eine hervorragende Bildqualität auch bei hohen ISO-Zahlen wie 1600 bieten, so dass bei normalen Ausbelichtungen das Rauschen eh kaum störend wahrgenommen wird. Zum anderen ist es doch meistens besser überhaupt ein scharfes und richtig belichtetes Bild zu haben, als gar keines oder ein durch zu lange Verschlusszeit verwischtes.
Ein beliebter Anfängerfehler aus Angst vor Bildrauschen durch hohe ISO-Empfindlichkeit ist auch das Unterbelichten von Bildern. Dazu sei gesagt, dass ein richtig belichtetes Bild mit ISO 1600 immer noch weniger Bildrauschen aufweist, als ein zwei Blenden unterbelichtetes Bild mit ISO 400, dass dann am Computer wieder um die verlorenen zwei Blenden nach oben gezogen werden muss. Man sollte also keine Angst vor Bildrauschen haben, das verglichen mit Hochempfindlichen Analogfilmen bei heutigen digitalen Spiegelreflexkameras ohnehin harmlos ist und von Kamerageneration zu –generation besser wird, sondern lieber vor verpassten oder vermasselten Motiven wegen zu zaghafter ISO-Einstellung.

3.2. Die Fortgeschrittenenübung: Blitzen

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Durch die sehr lange Verschlusszeit von 1/10s wurde der Lichteffekt der roten Scheinwerfer eingefangen und durch das Mitziehen der Kamera Dynamik ins Bild gebracht, mit dem Blitz auf den zweiten Verschlussvorhang die Fahrer kurz eingefroren um einen scharfen Bezugspunkt herzustellen. (16mm, Blende 4.0, 1/10s, ISO 400)
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Ein letzter das Licht und die Belichtung betreffender Punkt ist das Blitzen. Gerade in schlecht beleuchteten Sporthallen hierzulande ist er nicht selten anzutreffen, der rasende Reporter mit Systemblitz auf der Kamera, der ungeachtet aller roter Augen, reflektierender Trikots, Schlagschatten an der Wand und unnatürlicher Farben alles blitzt, was sich bewegt. Die Versuchung dafür ist natürlich groß, benötigt man doch ohne Blitz mindestens eine sehr hohe ISO-Empfindlichkeit mit dem damit verbundenen Rauschen, oft auch noch lichtstarke Objektive. Einige Nachteile der Blitzerei in Sporthallen wurde bereits angesprochen: Während sich der Rote-Augen-Effekt noch technisch vermeiden lässt, sehen reflektierende Trikots dagegen immer unnatürlich aus, ihre Farben wirken zwar knallig, sie entsprechen aber nicht mehr der Realität. Verbunden mit etwas Restlicht von der Hallenbeleuchtung ergibt sich zudem ein suspektes Mischlicht mit seltsamen Farben, das aber immerhin durch den Einsatz von passenden Farbfolien auf dem Blitz vermieden werden könnte. Was aber immer bleibt ist die unnatürliche Beleuchtung, ist das menschliche Auge doch Licht von oben und nicht von vorne gewohnt. Auch harte, je nach Entfernung der Wand teils riesige Schlagschatten sehen selten gut aus. Auch nicht zu verachten ist der Störungseffekt für die Sportler: Was bei menschlichen Sportlern vielleicht verärgerte Reaktionen hervorruft kann bei tierischen Gefährten wie Pferden sogar zu höchst gefährlichen, unvorhersehbaren Reaktionen führen.
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Dieses Bild wurde so dunkel belichtet, dass von der Beleuchtung einer langweiligen Mehrzweckhalle nur noch die Leuchtstoffröhren selbst zu sehen sind. Zusätzlich wurde mit einem Systemblitz von rechts die Spielerin und der Korb angeblitzt, sie scheinen nun in einem futuristischen Raum zu schweben. (16mm, Blende 8.0, 1/250s, ISO 100, entfesselter Blitz von rechts)
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Dem unnatürlichen Beleuchtungseffekt entgegen wirken kann man übrigens mit so genannten Deckenblitzen, die ihr Licht genauso wie Hallenbeleuchtungen von oben auf das Geschehen werfen, was zu einem optisch natürlicheren Empfinden führt. Dazu reichen allerdings gewöhnliche Aufsteckblitze in der Regel nicht aus, um die nötige Leistung zu erzielen braucht es schon Studioblitze mit mehreren Hundert Watt um das Licht aus mehreren Metern Höhe auf zumindest einen Teil es Spielfeldes zu verteilen. Wer einen derart, auch finanziell hohen Aufwand betreibt, weiß allerdings was er tut und wird diese Einführung kaum nötig haben. Nicht nur für den Amateur, auch für die allermeisten Profis hierzulande ist diese Möglichkeit eher uninteressant, weswegen sie hier nur als Möglichkeit erwähnt aber nicht näher beschrieben wird.
Bei einigen Actionmotiven sind aber auch Systemblitze durchaus brauchbar: So gehört zum Beispiel bei Bahnradrennen (Sechs-Tage-Rennen, etc.) der Mitzieher mit Blitz auf den zweiten Verschlussvorhang inzwischen zum Standard-Repertoire. Auch bei Fun-Sportarten wie Skate- oder Snowboarding sind Blitze gang und gäbe, hier wird zumeist mit mehreren gearbeitet um den Protagonisten besonders spektakulär durch den Beleuchtungseffekt freizustellen (auch wenn hier je nach Anforderung häufig schon wieder mit portablen Studioblitzen gearbeitet wird). Für Pressekonferenzen und ähnliches sind Aufsteckblitze dagegen häufig unverzichtbar.
Um den richtigen Umgang mit Systemblitzen am Beispiel von Canons ETTL-Technik zu lernen ist folgender Link empfehlenswert: www.ettl-blitzen.de. Für alle anderen Systeme gibt es im Fachhandel auch eine Fülle an Literatur, die durchaus empfehlenswert ist um den richtigen Umgang mit der teils sehr komplexen Technik zu erlernen und die gebotenen Möglichkeiten auch auszureizen.

3.3. Die Basics Teil 2: Sonstige Einstellungen

Neben der richtigen Belichtung gibt es natürlich noch einiges mehr zu beachten und einzustellen. Zunächst zum Autofokus: Auf ihn möchte heute kaum mehr jemand verzichten, zu praktisch ist doch seine Funktion und zu gut seine Ergebnisse, wenn man ihn richtig einzusetzen weiß. Für bewegte Motive, wie man sie im Sport außer beim Hallenschach fast immer hat, empfiehlt sich der Servo-Modus, der je nach Hersteller eventuell eine andere Bezeichnung hat. Mit ihm regelt die Kamera bei halbdurchgedrücktem Auslöser ständig nach, so kann man Sportler verfolgen um dann im richtigen Moment abzudrücken und ein scharfes Bild zu erhalten.
Je nach Gehäuse empfiehlt sich meistens auch, sich auf ein Autofokusfeld, im Idealfall einen so genannten Kreuzsensor zu beschränken. Zumindest das mittlere Autofokusfeld sollte bei den meisten Kameras ein solcher Kreuzsensor sein, der durch senkrechte und waagrechte Kontrastmessung besonders genau fokussieren kann. Lässt man die Kamera dagegen mit allen Fokusfeldern messen kann es schnell zu Fehlfokussierungen kommen, besonders wenn Spieler oder Schiedsrichter die „Schussbahn“ kreuzen und so die Messung irritieren.
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Ein Bild mit drei verschiedenen Weißabgleichs-Einstellungen: Von zu warm bis zu kühl. Zur korrekten Bestimmung eignet sich das Kameradisplay leider meistens kaum, auch ein unkalibrierter Computermonitor kann zu falschen Einschätzungen führen. Eine meistens recht zuverlässige Methode ist der manuelle Weißabgleich auf eine Graukarte oder ein Blatt Papier. (85mm, Blende 2.0, 1/500s, ISO 1600)
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Auch beim Weißabgleich kann man durch bestimmte Einstellungen genauere und vor allem konstantere Ergebnisse erzielen. Zwar sind die Automatiken heutiger Kameramodelle schon sehr weit ausgereift, dennoch können diese auch bei genau gleich bleibender Farbtemperatur des Lichts zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Hat man also eine konstante Lichtsituation ist man mit dem manuellen Weißabgleich oft auf der sicheren Seite, das kann zum Beispiel in Sporthallen mit künstlicher Beleuchtung, bei strahlendem Sonnenschein oder gleich bleibender Bewölkung der Fall sein. Ändert sich dagegen die Farbtemperatur zum Beispiel durch Wechsel zwischen Wolken und Sonne oder gar durch verschiedene Lampen in der Hallenbeleuchtung, erzielt man mit dem automatischen Weißabgleich meist die besseren Ergebnisse. Einige Kameramodelle neigen im Automatikmodus dazu, Bilder bei künstlicher Beleuchtung sehr warm wiederzugeben, im Schatten kommt es zum gegenteiligen Effekt der blaustichigen Bilder. Auch hier empfiehlt sich falls möglich der manuelle Weißabgleich. Speichert man die Bilder im RAW-Format muss man sich darum übrigens wenig Gedanken machen, diese Dateien ermöglichen es den Weißabgleich ohne Qualitätsverlust erst nachträglich am Computer festzulegen.
Die Frage ob RAW oder JPEG ist eine der persönlichen Vorliebe, der Speicherkapazität und der eventuell nötigen Geschwindigkeit. So kann man natürlich aus RAW-Dateien unter Umständen deutlich mehr rausholen als aus einer JPEG-Datei, vor allem weil sie für eine qualitativ gute Belichtungskorrektur mehr Spielraum bieten und auch der Weißabgleich nachträglich festgelegt werden kann. Allerdings hilft das wenig, wenn man die Bilder zum Beispiel für den Versand an Agenturen oder Zeitungen sofort im JPEG-Format benötigt und keine Zeit für individuelle Umwandlung jedes Bildes bleibt. Der schnellere Workflow lässt sich eindeutig mit JPEG-Dateien erzielen. Sie sind nicht nur kleiner sondern können auch ohne Umwandlung und spezielle Software von jedem überall eingesetzt werden, auch tun sich leistungsschwächere Computer oder Subnotebooks mit der Verarbeitung großer Rohdaten schwerer als mit kleineren JPEG-Dateien. An der JPEG-Qualität sollte man allerdings nicht sparen, denn was einmal verloren ist kann dann nicht mehr zurückgeholt werden. Individuelle Parameter zu Kontrast oder Schärfung der JPEGs noch in der Kamera sind modellabhängig, eine pauschale Anweisung lässt sich hier kaum geben.

3.4. Die Qual der Wahl: Welches Equipment?

Die Frage nach der richtigen technischen Ausrüstung ist ein zweischneidiges Schwert: Einerseits wird sie gerne kolossal überschätzt, andererseits gibt es natürlich mehr als genug Umstände, die einfach eine gewisse Mindestanforderung an das Equipment stellen.
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Professionelle Fotoausrüstung von Canon: Zwei 1D-MarkII Gehäuse, 16-35mm 2.8 Weitwinkel, 70-200mm 2.8 Standardtele und 400mm 2.8 Festbrennweite. Dazu mehrere Akkus, ein 1.4x Extender und ein Blitz. Eine gute Ausrüstung erleichtert die Arbeit durch ihre Zuverlässigkeit, Vorraussetzung für gute Fotos ist sie nicht.
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Die Eingangs erwähnten Profis mit den langen Rohren in der Fußball-Bundesliga arbeiten zumeist mit mindestens zwei Profi-Gehäusen aus der Canon 1D oder Nikon D2 oder D3 Liga und den hochwertigsten Objektiven: 400mm 2.8, 300mm 2.8 und 70-200mm 2.8 sind Standard und auch notwendig, um im harten Konkurrenzkampf bestehen zu können. Nicht für jede Sportart und schon gar nicht für jeden Fotografen sind solche Ausrüstungen notwendig, um ans Ziel zu kommen. Nicht jeder ist bereit und fähig, tausende Euro in Equipment zu investieren.
Prinzipiell sollte sich die Wahl der Ausrüstung also erstmal am Bedarf und den Möglichkeiten orientieren: Welche Teile sind zwingend notwendig, auf welche kann man vorerst verzichten? So verlangen die meisten Feld-Sportarten zunächst nach langer Brennweite, Kleinbildäquivalente 200mm sind bei Fußball, Hockey oder Football schon knapp bemessen, aber bei entsprechender Positionierung und Motivwahl durchaus ausreichend. Sparen kann man dafür zumindest bei Tageslichtspielen etwas an der Lichtstärke, auch Blende 4.0 kann noch ausreichend freistellen.
Ganz anders sieht es bei den meisten Hallensportarten aus, gerade wenn man nicht in den großen DEL- oder Bundesliga-Hallen verkehrt sind die Beleuchtungen leider oft zappenduster. Während die meisten Indoor-Sportarten auf eher kleinen Spielfeldern stattfinden und so Tele-Brennweiten zwischen 70 und 200mm meistens ausreichen, setzen die Hallen dafür hohe Lichtstärke voraus. Blende 2.8 kann ausreichen, vielerorts kommt man sogar erst mit Blende 1.8 und ISO 1600 auf ausreichend kurze Verschlusszeiten. In diesem Fall kommt man um entsprechende Festbrennweiten kaum herum, allerdings kann man auch hier sparen: Ein 85mm 1.8 ist eine sehr gute Brennweite für Hallensportarten wie Basketball oder Handball, selbst Eishockey und Volleyball lässt sich damit gut abdecken. Konkrete Tipps bezüglich der Ausrüstung für einzelne Sportarten folgen aber im nächsten Kapitel.
Ganz allgemein lässt sich aber festhalten, dass sowohl ein lichtstarkes Weitwinkel- als auch ein entsprechendes Tele-Zoom in fast jede Sportfotografen-Tasche gehören. Brennweiten von 16-35mm und 70-200mm bei Blende 2.8 sind die Allrounder für die meisten Sportarten. Sollte 2.8 nicht mehr ausreichen, sind noch lichtstärkere Festbrennweiten in diesem Bereich zu empfehlen.
Auch zu den immer weiter verbreiteten Bildstabilisatoren in Objektiven und Gehäusen noch ein Wort: Sport ist eine der Disziplinen der Fotografie, die diese wohl am wenigsten benötigen. Dennoch können sie sinnvoll sein oder zumindest auch nicht schaden. Will man Action einfrieren benötigt man so kurze Verschlusszeiten, dass man auch mit sehr langer Brennweite kaum verwackeln kann. Den meisten dürfte die Faustformel bekannt sein, dass 1 durch die Brennweite in etwa die Freihand haltbare Verschlusszeit in Sekunden ist um nicht zu verwackeln. Hat man also 200mm Kleinbildäquivalente Brennweite, sollte 1/200s reichen um das Bild nicht zu verwackeln. Für die meisten Sportarten benötigt man zum Einfrieren der Action sogar 1/500s, das heißt selbst mit einem 500mm Objektiv sollte man diese Verschlusszeit Freihand nicht verwackeln, und in diesen Regionen kommt eh meistens schon lange ein Einbein zum Einsatz, das zusätzlich stabilisiert. Hilfreich kann der Bildstabilisator aber bei Mitziehern und zur Stabilisierung des Sucherbildes sein. Bei ersterem steuert der Stabilisator im entsprechenden Modus dem Verwackeln senkrecht zur gewünschten Bewegungsrichtung entgehen, zieht man also bei einem horizontal vorbeifahrendem Auto mit, verhindert der Stabilisator Verwackler nach oben und unten. Ein ruhigeres Sucherbild kann dafür zum Fokussieren hilfreich sein. Auch um weniger schnell bewegte Motive zum Beispiel auf der oft dunkleren Tribüne abzulichten kann ein Bildstabilisator nützlich sein. Notwendig ist er aber nicht!
Ein Fisheye-Objektiv kann noch mal ganz besondere Blickwinkel ermöglichen, allerdings sollte man es mit Bedacht einsetzen. Der Effekt wirkt schnell langweilig, wenn man es zu häufig und bei wenig spektakulären Motiven einsetzt. Ein langweiliges Bild wird durch den Fisheye-Effekt nicht besser!
Die Objektivwahl wurde hier ganz bewusst vor der Gehäusefrage platziert. Denn ein hochwertiges Objektiv trägt zu einem gelungenen Foto wesentlich mehr bei als ein topaktuelles Profi-Gehäuse. So kann zwar eine brandneue Kamera mit gutem Rauschverhalten in Sachen Bildqualität durchaus eine Blende kompensieren, in dem man die ISO einfach höher schraubt, Freistellung und Autofokusgeschwindigkeit durch mangelnde Lichtstärke des Objektivs leiden aber dennoch. Selbst Einsteiger-Spiegelreflexkameras bieten heute ein ausreichend gutes Autofokussystem, um im Servo-Modus auch schnelle Sportarten scharf ablichten zu können. Dazu sollten sie aber mit einem ausreichend lichtstarken Objektiv ausgestattet sein, das dank Ultraschallmotor auch schnell genug fokussieren kann.
Die eventuell langsamere Bildfolgezahl von 3-5 Bildern pro Sekunde lässt sich durch geschicktes Timing kompensieren, was sogar sinnvoller ist als mit 10 fps nach dem Motto „spray and pray“ draufzuhalten und zu hoffen, ein passender Moment werde schon dabei sein.
Generell sollte man also zunächst in hochwertige, lichtstarke und schnelle Objektive investieren und mit einem Einsteiger- oder Mittelklasse-Gehäuse kombinieren, als sich für teures Geld ein brandaktuelles Gehäuse zu kaufen, für das untermotorisierte Objektive den Flaschenhals darstellen. Zumal hochwertige Objektive in der Regel nicht nur deutlich preisstabiler sind als Gehäuse, die spätestens nach zwei Jahren technisch komplett überholt sind, gute Objektive überleben bei der richtigen Wahl auch schnell mehrere Gehäusegenerationen.
Auch für einen Blitz finden sich in der Sportfotografie verschiedenen kreative Einsatzmöglichkeiten, wie bereits in einem anderen Kapitel dargestellt wurde. Diese setzen aber meisten doch eine gewisse Leitzahl (Blitzstärke) vorraus, die interne Blitze von Kameragehäusen in der Regel nicht aufweisen. Systemblitze vom Kamerahersteller bieten meistens die einfachere Bedienung durch perfekt abgestimmt elektronische Blitzsteuerung, aber auch zahlreiche Produkte von Fremdherstellern verfügen heute über die meisten dieser Funktionen.
Eine ausreichend große Speicherkarte sollte ohnehin selbstverständlich sein, gerade beim Sport ist mit viel „Ausschuss“ zu rechnen, den man um nicht allzu viele neue Motive zu verpassen besser erst zuhause aussortiert. Daneben kann bei einigen Sportarten mit festem Standpunkt wie Fußball, Hockey oder Handball ein Hocker hilfreich sein, um nicht auf dem Boden sitzen zu müssen und die hohe Perspektive beim Stehen zu vermeiden. Bei schwereren Objektiven kann zudem ein Einbein hilfreich sein, es entlastet den Arm und sorgt für ein stabiles Sucherbild. Wie man seine Ausrüstung schließlich sicher verstaut und transportiert ist auch eine Frage der Notwendigkeit und des Bedarfs. Eine kleine Übersicht über die schier unendliche Zahl von Taschen, Rucksäcken und Koffern bietet die Internetseite www.taschenfreak.de. Stift und Papier klingen zwar trivial, sind aber so klein und handlich, dass sie in jede Tasche passen sollten, ein Verwendungszweck dafür ergibt sich immer wieder.
Weniger trivial sondern oft die letzte Rettung sind so genannte „Rain Cover“ für Kamera und Objektiv. Gerade in unseren Breitengraden sind Outdoor-Veranstaltungen bei Regen nun keine Seltenheit, weshalb man das Material nicht überstrapazieren sollte. Zwar bieten einige Gehäuse und Objektive inzwischen einen Staub- und Spritzwasserschutz, inwiefern man den aber ausreizen möchte ist Ermessensfrage. Oft genügt schon eine einfache Plastiktüte, um die Ausrüstung vor dem gröbsten zu bewahren. Wer eine zuverlässigere und auf Kamera und Objektiv angepasste Lösung sucht wird inzwischen bei verschiedenen kommerziellen Anbietern wie ThinkTankPhoto oder Aquatech fündig.
Zum Reisegepäck der Profis gehört darüber hinaus meistens ein handlicher Laptop mit UMTS-Karte, um Bilder von überall aus zeitnah an Redaktionen und Agenturen zu versenden. Für die Hobbyfotografen, an die sich diese Einführung richtet, ist das aber normalerweise nicht von Bedeutung, weshalb hier nicht näher darauf eingegangen werden soll.

3.5. Losgelöst: Remote-Kameras

Es gibt Bilder mit Perspektiven, die man auf den ersten Blick für unmöglich zu fotografieren hält. Wie kam der Fotograf hinter den freihängenden Basketballkorb, um Dirk Nowitzki beim Sprung zum Korb mit Weitwinkel zu fotografieren? Lag der Fotograf wirklich ausgerechnet im Moment des Tores hinter dem Torwart am Boden? Die Antwort sind häufig Remote-Kameras, die an einem beliebigen Standort stehend oder hängend von irgendwo per Kabel oder Funk ausgelöst werden können und so spektakuläre Perspektiven und neue Einblicke ermöglichen.
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Remote-Kamera beim Galopprennen: Die Perspektive wäre für den Fotografen beim Start unmöglich zu erreichen, da die Startbox in diesem Fall nur ein mobiles Gittergestell ist, in das die Tiere ohnehin nur schwer hineinzubringen sind. (15mm Fisheye, Blende 5.6, 1/2000s, ISO 1600, PocketWizard Funkauslöser)
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Dazu benötigt man ein zusätzliches Kameragehäuse, das mit einem bestimmten Objektiv ausgestattet meistens komplett manuell eingestellt wird, von der Belichtung bis zum Fokus. Dafür muss man sich natürlich schon zuvor im Klaren sein, welches Motiv man damit wie ablichten möchte. Dann wird die Kamera an ihrem Standpunkt aufgestellt oder montiert, zum Beispiel mit kleinem Stativ hinter dem Fußballtor oder mit einem Schwenkarm hinter oder über einem Basketballkorb. Dabei ist vor allem penibel darauf zu achten, dass von der Remote-Kamera keine Gefahr für Personen ausgeht, dass also alles gut und doppelt gesichert befestigt wurde und so selbst bei starken Belastungen wie dem Wackeln des Korbes nach einem Dunk oder einem direkten Treffer von einem Ball nicht herunterfällt und andere verletzt. Remote-Kameras sind von Natur aus mit einem gewissen Risiko für das Material behaftet, wer sie einsetzt sollte sich dessen bewusst sein und abwägen, ob ihm die zu erwartenden Bilder eine eventuell kaputte Kamera wirklich wert ist. Ganz sicher muss man sich aber sein, dass die Kamera unter keinen Umständen zur Gefährdung für andere wird.
Sind alle Einstellungen getroffen, wurde richtig fokussiert und die Kamera platziert geht es ans auslösen. Dies kann je nach Situation per Kabel oder Funk geschehen. Funk bietet den klaren Vorteil der Ungebundenheit. Mit so genannten PocketWizards, die auch zum Fernauslösen von Blitzen verwendet werden können, lassen sich Distanzen von über 100 Metern überbrücken. Dabei kann durch das Aufstecken des Senders auf den Blitzschuh der Kamera in der Hand die Remote-Kamera mit jedem Foto parallel ausgelöst werden. Alternativ durch einen einfachen Knopfdruck auf dem Sender. Der Empfänger ist dabei mit einem kurzen Auslösekabel mit der Remote-Kamera verbunden.
Eine Alternative zu teuren PocketWizards stellen Kabellösungen dar, die erheblich billiger sind. Der Nachteil ist die Ortsgebundenheit, so haben Kabel zum einen nur eine bestimmte Länge und zum anderen kann man sie nicht überall problemlos verlegen. Allerdings werden sie trotzdem zum Beispiel bei großen Fußballspielen mit einer Vielzahl von Fotografen und Remote-Kameras eingesetzt, um Frequenz-Konflikte mit anderen Funksendern zu vermeiden.

4. Verschiedene Techniken und Effekte

Einige der folgenden technischen Tipps wurden schon im vorangehenden Kapitel zu den technischen Grundlagen und der Ausrüstung erwähnt, hier allerdings sollen sie vor allem unter dem Vorzeichen der daraus resultierenden Bildeffekte noch mal konkretisiert werden. Je nach Sportart und Bildmotiv haben sich verschiedene Fototechniken etabliert, mit deren Hilfe man relativ leicht ans Ziel kommt. Mitzieher beim Autorennen, freigestellte und eingefrorene Zweikampf-Action, der Fisheye-Effekt bei Fun-Sportarten oder die Schattenrisse bei Radrennen oder Eisschnelllauf sind gern gesehene Klassiker, deren saubere Umsetzung aber doch etwas Wissen erfordert. Und wie immer sei darauf hingewiesen: Außergewöhnliche Bilder kreiert man vor allem dann, wenn man sich nicht an die gewohnten Konventionen hält, sondern bekannte Effekte an neuen Sportarten ausprobiert – oder eben andersrum. Die typischsten und nützlichsten Effekte sollen im Folgenden dargestellt werden.

4.1. Der Standard: Eingefroren und freigestellt

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Handball: Der extrem harte und schnelle Wurf des Spielers konnte gerade so eingefroren werden, die große Blende stellt ihn vor dem störenden Hintergrund frei. (200mm, Blende 2.2, 1/1000s, ISO 1600)
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Der Dauerbrenner und bei quasi jeder Sportart irgendwie einsetzbar ist der eingefrorene Freisteller. Die Action wird durch kurze Verschlusszeit in einem bestimmten Moment festgehalten, die offene Blende sorgt für einen unscharfen Vorder- und Hintergrund und beschränkt das Bild somit auf das Wesentliche. Die meisten Bilder von Ballsportarten werden auf diese Weise aufgenommen, nur so kann man die oft unvorhersehbaren Bewegungen scharf einfangen und gleichzeitig alles störende im Hintergrund möglichst aus dem Fokus nehmen. Die Verschlusszeiten dafür sollten je nach Sportart für menschliche Bewegungen bei mindestens 1/500s liegen, Tiere oder je nach Sportart bestimmte Sportgeräte wie Schläger benötigen oft noch deutlich kürzere Zeiten um scharf eingefroren zu werden. Zur Freistellung ist neben einer möglichst großen, offenen Blende auch viel Brennweite hilfreich. Je länger die Brennweite, je offener die Blende und je näher das fokussierte Motiv, desto besser kann es vom Vorder- und Hintergrund freigestellt werden. Ein enger Bildschnitt kann oft zusätzliche Nähe und Intensität vermitteln.

4.2. Das Dynamische: Mitzieher und lange Verschlusszeiten

In jeder Sportart, bei der gleichmäßige Vorwärtsbewegungen der Sportler an der Tagesordnung stehen, zählen Mitzieher zum Standardrepertoire guter Sportfotografien. Sei es beim Pferde- oder Radrennen, Sprintern oder Fahrzeugen: Erreichen die Motive dabei nur eine ausreichende Geschwindigkeit, kann je nach Brennweite, ruhiger Hand oder eventuell vorhandenem Bildstabilisator schon mit verhältnismäßig kurzer Verschlusszeit ein dynamischer Mitzieh-Effekt erzielt werden. Je länger die Verschlusszeit, desto extremer der Effekt, desto schwieriger wird es aber auch das Motiv selbst scharf abzubilden.
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Radrennen: Mit einer langen Verschlusszeit von 1/40s wurde der Fahrer zu einer verwischten Silhouette. (30mm, Blende 4.5, 1/40s, ISO 400)
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Durch herunterregeln der ISO-Empfindlichkeit oder durch schließen der Blende wird zunächst versucht, eine Verschlusszeit zu finden, die zwar noch Verwacklungsfreie Aufnahmen Freihand oder vom (Einbein)-Stativ ermöglicht, die aber ausreichend lang ist um die bewegten Motive so mitzuziehen, dass der statische Vorder- und Hintergrund zu einem lang gezogenen Farbmatsch reduziert wird. Dann folgt man der im Idealfall möglichst parallelen Bewegungsrichtung des Motivs zum Fotografen möglichst gleichmäßig und präzise mit der Kamera und löst aus. Mehrere Auslösungen hintereinander erhöhen die Chance, ein wirklich scharfes Motiv zu bekommen. Die meisten Bildstabilisatoren in Objektiven und Gehäusen bieten eine spezielle Einstellung, die nur Verwackler senkrecht zur gleichmäßigen Bewegungsrichtung ausgleicht und so ebenfalls die Chance auf ein trotz der langen Verschlusszeit knackscharfes Motiv steigern.
Denselben Effekt der langen Verschlusszeit kann man sich auch umgekehrt zu nutze machen, nämlich indem man statt der Umgebung nur den Sportler als verwischten Farbklecks bekommen möchte. Dies kann besonders bei Sportarten mit ungleichmäßigen oder drehenden Bewegungen zu interessanten Aufnahmen führen.

4.3. Das Extreme: Weitwinkel- und Fisheye-Objektive

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Nah dran: Die Kamera mit Fisheye-Objektiv stand direkt unter der Innenbegrenzung der Galopprennbahn auf dem Boden, Pferd und Reiter konnten so aus einem spektakulären Winkel aufgenommen werden. (15mm Fisheye, Blende 10, 1/1600s, ISO 1000, Fernauslöser)
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Während sich manche Sportfotografen geradezu zwanghaft an ihr 300 oder 400mm Objektiv klammern, lassen sich gerade mit sehr kurzen Weitwinkel- oder Fisheye-Objektiven sehr interessante Effekte erzielen. Die Umgebung wird bei Weitwinkelfotos nicht wie bei Telebrennweiten nah zusammengerückt, sondern wirkt weitläufig und groß. Gleichzeitig kann das Motiv bei entsprechender Nähe zur Kamera schon rein von der Abbildungsgröße deutlich hervorgehoben werden. Zudem ermöglichen Weitwinkelaufnahmen extreme Perspektiven zum Beispiel aus Bodennähe oder von erhöhten Standpunkten, was oft eine ganze neue Sicht der Dinge ermöglicht.
Aufpassen sollte man beim Einsatz von Fisheye-Objektiven, deren Effekt zwar oft witzig, aber sehr schnell auch nervig wirken kann. Durch den je nach Brennweite und Formatfaktor zwischen diagonal-bildfüllend und zirkular-kreisrund wirkenden Effekt wird unheimlich viel mit ins Bild genommen, weshalb auf Bildgestaltung besonders viel acht gegeben werden sollte. Auch lässt sich ein langweiliges Motiv meistens nicht durch den Fisheye-Effekt aufpeppen. Treffen sich aber spannendes Motiv, das eine gewisse Nähe ermöglicht, und eben der extreme Verzerreffekt, dann kann das Ergebnis oft einmalig sein.

4.4. Das Schwierige: Licht und Schatten

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Eisschnellläufer im Gegenlicht: Durch die Sonne und das reflektierende Eis ergibt sich ein sehr harter Kontrast, der Läufer wird zu einem schwarzen Schattenriss auf dem fein strukturiertem Eis. Nur seine rote Mütze bleibt als kleiner Farbklecks erhalten. (273mm, Blende 8.0, 1/4000s, ISO 200)
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Die Fotografie als „Malen mit Licht“ ist natürlich im besonderen Maße vom Licht abhängig, das aber auch seine sprichwörtlichen Schattenseiten mit sich bringt. Gerade diese aber sollte man sich zu Nutze machen, wenn man besonders grafisch wirkende Bilder schaffen möchte. Schattenrisse, extreme Kontraste, Lichtränder oder knallige Farben laden in vielen Sportarten einfach dazu ein, fotografiert zu werden. Sei es der Schatten eines Läufers oder Radrennfahrers auf dem Beton, die Silhouette eines Eisschnellläufers oder die markante Gesichtsform eines Sportlers oder Trainers im Scheinwerferlicht, sie alle sind reiz-, aber auch anspruchsvoll. Die Belichtungsautomatik der Kamera versucht meistens zu retten, was zu retten ist, indem sie Bilder möglichst gleichmäßig belichtet und über- oder unterbelichtete Stellen innerhalb des gewählten Messbereichs zu vermeiden. Was meistens sehr praktisch ist wird zum Verhängnis, wenn man genau diesen Effekt erzielen will. Es ist dann hilfreich die Messmethode zu verändern, die Belichtung zu korrigieren oder gleich manuell zu belichten.
In einigen Fällen ist auch eine gewisse Nachbearbeitung der Kontraste am Computer nötig, um den Effekt erst so richtig zur Geltung zu bringen. Allerdings sollte man bereits bei der Aufnahme das fertige Bild vor Augen gehabt haben, um dies dann gezielt durch möglichst minimale Nachbearbeitung zu verfeinern.

5. Sportarten im Detail

Nach diesen allgemeinen Hinweisen und Tipps soll nun auf die Eigenheiten einiger ausgewählter Sportarten eingegangen werden. Die Liste ist natürlich bei weitem nicht vollständig – und genauso wenig sollen die folgenden Tipps (wie die voran stehenden auch) als einzig gültig und in jeder Situation sinnvoll angesehen werden. Sie sollen nur einen Anhaltspunkt bieten, wie man zumindest die „Sicherheitsbilder“ bekommt, also die typischen Bilder der jeweiligen Sportart, die einfach sitzen müssen. Das Außergewöhnliche wird man mit diesen Tipps nicht schaffen, denn dafür gibt es kein Patentrezept. Regeln sind da um gebrochen zu werden, nur wer sich aus diesen Zwängen befreit wird sich abheben von den immergleichen Standardbildern. Dennoch ist es hilfreich, erst das Handwerk souverän zu beherrschen und die sicheren Bilder sehr gut umzusetzen, bevor man sich dann an den neuen, gewagten Perspektiven und Motiven versucht.

5.1. Der Klassiker: Fußball

Nicht nur hierzulande die mit Abstand beliebteste und meistfotografierte Sportart ist Fußball. Um sich von den hinreichend bekannten Knipsbildchen einiger Zuschauer abzuheben, sollte man einige Tipps beachten. Zum einen kann man beim Fußball fast nie genug Brennweite haben, da sich die Action in den seltensten Fällen unmittelbar vor der eigenen Nase abspielt. 200mm sollten es mindestens sein, 300mm sind schon sehr gut und je nach Sensorgröße (und der damit verbundenen, fiktiven Brennweitenverlängerung, die eigentlich nur ein Bildausschnitt/Crop ist) können sogar 400mm ideal sein. Die meisten Profis arbeiten in dieser Region mit Festbrennweiten, die Bildausschnitte werden dann am Computer selbst oder von Bildredaktionen festgelegt. Festbrennweiten bieten den Vorteil der hohen Lichtstärke auch bei großen Brennweiten und der damit verbundenen besseren Freistellung. Natürlich lässt sich damit auch bei schlechtem Licht leichter arbeiten. Eine lange Festbrennweite alleine ist allerdings oft zu beschränkt, zum Beispiel wenn ein jubelnder Spieler nach dem Tor direkt in Richtung Fotografen abdreht und man nur mit der langen Brennweite bewaffnet nur noch einen Nahaufnahme der Augenpartie machen könnte. Deswegen liegt meistens noch ein Zweitgehäuse mit einem 70-200mm oder sogar noch kürzerem Objektiv bereit. Die Allroundtauglichste Brennweite auch an Kameras mit APS-C-Sensoren (1.5x bzw. 1.6x Crop-Faktor) ist beim Fußball ein 300mm Objektiv, im Idealfall natürlich zur besseren Freistellung möglichst lichtstark. Scharfe Aufnahmen von eingefrorenen Bewegungen sollten ab einer Verschlusszeit von 1/500s gelingen.
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Die Position an der Seitenlinie auf Höhe des 16-Meter-Raums eignet sich auch bestens, um Emotionen von Trainern und Betreuern einzufangen. (400mm, Blende 3.5, 1/500s, ISO 640)
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Bei Festbrennweiten allgemein und beim Fußball im speziellen sei darauf hingewiesen, dass man laut „Murphy’s Law“ grundsätzlich am falschen Fleck sitzt und das Beste einfach immer auf der diagonal anderen Seite des Platzes stattfindet. Damit muss man sich einfach abfinden, ständiges rumlaufen um den Platz bringt herzlich wenig, da sich bis dahin das Spielgeschehen längst wieder wo anders hin verlagert hat. Was man allerdings abschätzen kann ist, in welche Richtung das Spiel aller Voraussicht nach eher verlaufen wird und natürlich welche Mannschaft man bevorzugt fotografieren möchte. Ist zu erwarten, dass Mannschaft A das Spiel gewinnen wird und möchte man deren Tore und Jubel fotografieren, empfiehlt es sich auf der Seite von Mannschaft B zu sitzen um dort die stürmenden Favoriten abzulichten. Gleichzeitig bekommt man dort im Idealfall noch enttäuschte Spieler von Mannschaft B direkt vor die Linse. Falls möglich kann ein Seitenwechsel mit den Mannschaften zur Halbzeit sinnvoll sein, was in den unteren Ligen kein Problem sein sollte.
Was den Stand- beziehungsweise „Sitzpunkt“ betrifft ist man beim Fußball relativ flexibel, zumindest wenn der Sportplatz die Möglichkeit dazu bietet. Gute Positionen sind sowohl hinter der Torauslinie zwischen Tor und Eckfahne als auch an der Seitenlinie auf Höhe des 16-Meter-Raumes. Einplanen sollte man aber je nach Ort den immer wieder vorbeilaufenden Linienrichter oder noch wesentlich störender, die sich aufwärmenden Spieler hinter der Torauslinie.
Generell sollte man beim Fußball wie bei jeder anderen Sportart darauf achten, die Protagonisten möglichst von vorne abzulichten, zwei kämpfende Rückennummern sind meistens kaum aussagekräftig. Ein Blick zur Trainerbank kann nie schaden, oft spielen sich gerade bei schlechten Spielen dort spektakulärere, emotionalere Szenen ab als auf dem Platz.
Wegen der begrenzten Zahl von Fotografen-Plätzen wurden während der Fußball-WM 2006 in Deutschland auch verstärkt von der Tribüne geschossene Bilder gedruckt, die FIFA sah dafür in den Stadien eigene Fotografen-Plätze dort vor. Die meisten dieser Aufnahmen wären von einem Standpunkt unten am Platz genauso möglich gewesen, allerdings bietet die Perspektive von oben auch immer eine kleine Abwechslung. Dazu sollte die Tribüne auch ausreichend hoch und steil sein, um eine wirklich interessante Perspektive zu ermöglichen. Auch sollte man wenn man nicht dazu gezwungen ist die Position nicht unbedingt das ganze Spiel über einnehmen, zumindest nicht wenn man als Einzelkämpfer keine Kollegen am Spielfeldrand hat.
Da man ansonsten eher stationär fotografiert sind Klapphocker zum gemütlichen Sitzen bei gleichzeitig angenehm niedriger Perspektive sowie ein Einbein zur Entlastung empfehlenswert. Da sich das Geschehen immer in einem gewissen Radius und sehr horizontal abspielt hat man damit keine Einschränkungen.
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Fußball im Gegenlicht mit hellen Trikots und dunklen Hautfarben: In diesem Fall musste die Belichtungsautomatik um 2/3-Stufen nach oben korrigiert werden um ein passendes Ergebnis zu liefern. (400mm, Blende 3.5, 1/1600s, ISO 250)
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Eine spezielle Herausforderung stellt bei Outdoor-Sportarten ganz allgemein die Sonne dar. Sie versorgt einem mit dem Licht, das man in der Halle sonst oft schmerzlich vermisst, allerdings hat auch sie im wahrsten Sinn des Wortes ihre Schattenseiten. Gerade bei seitlich einfallendem Sonnenlicht kann es mit den im Kontrastumfang leider noch relativ begrenzten Sensoren von Digitalkameras zu dem sehr unschönen Effekt kommen, dass zum Beispiel das Gesicht eines Spielers auf der Sonnenseite völlig überstrahlt ist, während die schattige Hälfte fast komplett schwarz ist. Am einfachsten lässt sich das vermeiden, indem man sich einen Standpunkt mit der Sonne im Rücken sucht, hier sollte man allerdings vor allem bei sehr hohem Sonnenstand darauf achten, dass die Augenpartien der Spieler nicht zu sehr im Schatten verschwinden, zur Not hilft dezentes Aufhellen der entsprechenden Stellen am Computer. Die andere Alternative wäre, sich entgegen der Sonne zu platzieren, wodurch die Spieler Richtung Kamera zwar komplett im Schatten sind, so aber immerhin gleichmäßig beleuchtet. Diese Gegenlichtsituation stellt aber ganz besondere Anforderungen an die richtige Belichtung und den Autofokus, weshalb man Anfangs falls möglich lieber mit der Sonne im Rücken arbeiten sollte.
Auch die richtige Belichtungsmessung ist speziell bei Sonnenschein eine Wissenschaft für sich. So können sehr helle wie sehr dunkle Trikots die automatische Belichtungsmessung je nach Messmethode sehr irritieren und zu komplett falsch belichteten Bildern führen. Hier kann eine Mehrfeld- oder Integralmessung zumindest ausgleichend wirken, ideal natürlich wenn möglich die manuelle Belichtung. Auch schwierig sind Situationen, bei denen das Spielgeschehen schon im Schatten zum Beispiel einer Tribüne oder Baumes liegen, während der Hintergrund noch direkt von der Sonne angestrahlt und so deutlich heller ist. Hier hilft eventuell die Spotmessung weiter, die das Spielgeschehen richtig belichtet während der ohnehin belanglose Hintergrund dann eben etwas überstrahlt wirkt. Falls möglich, zum Beispiel weil man sowieso konstanten Sonnenschein oder gleich bleibende Bewölkung hat, ist wie gesagt die manuelle Belichtungsmessung oft die sicherste Wahl. Hat man eine Einstellung gefunden sollte diese erstmal für eine gewisse Zeit stimmen, die Bilder werden auch dann korrekt belichtet wenn sich die automatische Messung von unterschiedlichem Hintergrund oder ähnlichem hätte irritieren lassen. Hat man jedoch abwechselnd Sonneschein und Bewölkung oder die erwähnten schattigen Stellen auf dem Platz, dann hilft meistens nur die Belichtungsautomatik der Kamera weiter, bei Bedarf mit entsprechender Messmethode und Korrektur. Speziell bei diesem Thema wird man aber von drei Fotografen vier verschiedene Lösungswege erfahren, weshalb auch hier eigenes Ausprobieren nicht schaden kann.

5.2. Das Weltmeisterliche: Handball

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Ein Angreifer wird von zwei Gegenspielern geblockt, aufgenommen von einer Position etwa sieben Meter rechts vom Tor innerhalb der weiter gedachten Torraumlinie. (200mm, Blende 2.2, 1/1000s, ISO 1600)
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Handball stellt als schneller Hallensport natürlich gewisse Anforderungen an Equipment wie an den Fotografen. Hohe ISO-Zahlen und eine offene Blende sollten von vorneherein einkalkuliert werden, um mit ausreichend kurzen Verschlusszeiten von 1/500s oder kürzer ausreichend scharfe Action-Bilder zu bekommen. Das schlechte Licht verlangt auch nach konzentriertem, ständigem Nachfokussieren, da sich der Autofokus bei Dunkelheit naturgemäß schwerer tut als bei Helligkeit.
Am spektakulärsten wirken immer gewaltige Angriffe, bei denen ein Spieler mit aller Gewalt den Block des Gegners an der Torraumlinie durchbricht um den Ball auf das Tor zu werfen. Diesen Augenblick erwischt man am besten von einem niedrigen Standpunkt rechts oder links neben dem Tor innerhalb der weiter gedachten Torraumlinie. Da die Spieler den Torraum nicht betreten dürfen ergibt sich so, abgesehen vom je nach Lust und Laune mal auf der einen oder anderen Seite des Tores auftauchenden Schiedsrichter, ein freier Blick auf den im Idealfall fast genau Richtung Kamera springenden Angreifer. Für diese Bilder ideal ist eine Brennweite zwischen 70 und 200mm, bei Bedarf auch eine lichtstarke Festbrennweite wie ein 85mm 1.8 oder 135mm 2.0. Mit einer langen Brennweite ab 300mm lassen sich auch Bilder vom parierenden Torwart und dem Angriff auf der Gegenseite des Spielfeldes schießen.
Besondere Umsicht sollte man bei den zahlreichen Würfen auf das Tor walten lassen. Verfehlt nämlich einer das Ziel und pfeift knapp am Tor vorbei, kann er durchaus zur Gefahr für Fotografen und Kameras werden. Es empfiehlt sich also zur eigenen Sicherheit, immer mit mindestens einem Auge den Ball zu verfolgen um keinen schmerzhaften Querschläger abzubekommen.
Ansonsten ist Handball von den manchmal widrigen Umständen abgesehen ein relativ einfach zu fotografierender Sport, weil sich der Ort des Geschehens innerhalb der Kreislinie und entlang der Torraumlinie sehr gut eingrenzen lässt. Wer dem zirkulierenden Ball folgt und bereit ist, sobald ein Spieler den Überraschungsangriff wagt, der wird sehr schnell erste Erfolge erzielen. Neben dem Durchbrechen der Abwehrmauer kann bei einem Wurf auch das Einbeziehen des Torwarts im Vordergrund ein schönes Gestaltungsmittel sein.
Wie immer gilt: Wenn man sich gerade sicher vor verfehlten Würfen fühlt, sollte man den Blick immer mal wieder Richtung Bank schweifen lassen. Je nach Aufenthaltsort des Trainers an der Linie können 200mm eine gut passende Brennweite für solche Bilder sein.

5.3. Das Amerikanische: Basketball

Wieder eine Hallensportart, wieder sehr schnell – welche Anforderungen das an unser Equipment stellt dürfte damit bereits geklärt sein: Lichtstarke Optiken, hohe ISO-Empfindlichkeit und besondere Anforderungen an den Autofokus und unser Zielvermögen. Im Gegensatz zu Handball und Fußball aber eine Sportart, bei der nicht alles auf ein Tor, sondern auf einen Korb in 3,05 Meter Höhe zuläuft. Besonders der Abschluss also, ein Dunk, Korbleger oder die Sprünge zum Rebound, sind alles Aktionen, die in die senkrechte ausgeführt werden, bevorzugt von Personen die dank ihrer Körpergröße an sich schon jedes Hochformat sprengen. Besonders also für die ohnehin meist spektakulärsten Aktionen unter dem Korb ist also das Hochformat oft die bessere Wahl. Querformat eignet sich dagegen besonders für Zweikämpfe entlang der Freiwurflinie, bei denen der Angreifer oft versucht Richtung Korb nach innen zu ziehen und vom Gegenspieler geblockt wird.
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Basketball aus der Vogelperspektive: In den wenigsten Hallen gibt es "Catwalks" unter der Hallendecke, deshalb musste hier eine Remotekamera installiert werden. (23mm, Blende 2.8, 1/400s, ISO 3200)
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Als Position zum Fotografieren bietet sich im Prinzip die gesamte Stirnseite des Spielfeldes an, je nach Nähe zum Korb sind aber unterschiedliche Brennweitenbereiche sinnvoll. Während man in den Spielfeldecken eher mit einer mittleren Telebrennweite von 70-200mm zum Erfolg kommt, braucht man direkt unter dem Korb einen deutlich weiteren Blickwinkel, ein Objektiv mit 24-70mm Brennweite kann hier ideal sein um die hohen Sprünge der langen Jungs und Mädels in ihrer Gesamtheit abzulichten. Je näher dran man ist und je kürzer die Brennweite, desto spektakulärer wirken natürlich gerade Sprünge am Korb. Allerdings muss man sich im Klaren sein, dass damit auch immer mehr von der Sporthalle im Hintergrund zu sehen ist, was in großen Bundesliga-Arenen mit strahlenden Scheinwerfern vor dunklen, hohen Tribünenrängen die Wirkung des Bildes noch verstärken kann, in kleinen kahlen Schulturnhallen ohne Zuschauer aber oft sehr ernüchternd aussieht. Um Aktionen unter dem Korb auf der anderen Seite abzulichten braucht es deutlich mehr Brennweite, 300mm sollten aber reichen. Sollte man es mit besonders schlechter Beleuchtung zu tun haben und mit 2.8er Zooms nicht mehr zu Rande kommen, was besonders in den niedrigeren Ligen oft vorkommt, dann ist das 85mm 1.8 als lichtstarker Allrounder empfehlenswert. Mit ihm kann man Richtung Spielfeldecke sitzend sowohl Aktionen unter dem Korb wie auch nahe Zweikämpfe formatfüllend auf den Sensor bannen kann.
Wie weit man vom Spielfeldrand entfernt sitzen kann bestimmen in erster Linie Bauart des Feldes und vor allem die Schiedsrichter, die immer wieder zwischen Spielfeld und Bande laufen und dabei nicht über Fotografen und deren Ausrüstung stolpern wollen. Im eigenen Interesse sollte man sich also an deren Anweisungen halten, denn als Fotograf in irgendeiner Weise Einfluss auf das Spielgeschehen zu nehmen ist das peinlichste und unangenehmste, das einem passieren kann. Von eventuellen weiteren Konsequenzen ganz abgesehen.
Je näher man übrigens am Korb sitzt, desto größer auch die Wahrscheinlichkeit, dass einmal ein Spieler zur Rettung eines Balls über das Ziel, spricht die Spielfeldgrenze, hinausschießt und gegen oder über die Bande fliegt. Auch um in solchen Fällen sowohl den Spieler wie das eigene Equipment nicht übermäßig zu gefährden ist es deshalb ratsam, mit möglichst kleiner Ausrüstung auf möglichst kleinem Raum auszukommen.

5.4. Die Harten: Eishockey

Das inzwischen übliche Spiel: Ein sehr schneller Hallensport mit entsprechenden Folgen. Verglichen mit den beiden anderen bisher behandelten Indoor-Sportarten aber sind Eishockeyhallen meistens noch halbwegs gut beleuchtet, das reflektierende Eis tut sein übriges. Nichtsdestotrotz kann es mitunter zappenduster sein, weshalb man zumindest vor allem den unteren Ligen um eine 2.8er Lichtstärke nicht herumkommt und selbst damit an das Limit der ISO-Empfindlichkeit und Verschlusszeit kommt. Gerade beim Eishockey sollte es mindestens 1/500s sein – eher noch kürzer, da vor allem Schläger und Pucks eine beträchtliche Geschwindigkeit erreichen können.
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Zweikampf an der Bande hinter dem Tor. Das Foto wurde relativ schräg durch eine Plexiglas-Scheibe aufgenommen, ohne diese verkratzte Scheibe dazwischen hätte das Bild deutlich mehr Brillanz. (130mm, Blende 2.8, 1/400s, ISO 1600)
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Nicht ungewöhnlich ist beim Eishockey die Perspektive von der Tribüne, was vor allem mit den teils schlechten Fotobedingungen hinter Plexiglas zusammenhängt. Verkratzte und schmutzige Scheiben machen das Fotografieren dort zur Qual: Sie rauben nicht nur Kontrast und Schärfe sondern auch Autofokusgeschwindigkeit, vor allem je schräger man zur Scheibe steht. „Schießscharten“ extra für Fotografen im Plexiglas sind leider auch sehr rar gesät. Hat man allerdings die Möglichkeit, durch halbwegs saubere, klare Scheiben zu fotografieren, sollte man sich diese Perspektive nicht entgehen lassen, zieht sie den Betrachter doch viel näher ins Geschehen mit ein als von oben. In einigen wenigen Hallen gibt es zumindest für Pressefotografen noch die Möglichkeit, zwischen den Spielerbänken ganz ohne lästige Glasscheibe zu fotografieren, was der Bildqualität natürlich entsprechend zu gute kommt. Für normale Zuschauer sind diese Bereiche aus Sicherheitsgründen inzwischen aber meistens gesperrt. Womit wir auch bei einem wichtigen Punkt für die dort anwesenden Fotografen sind: Ein mit voller Kraft abgefeuerter Puck erreicht eine unglaubliche Geschwindigkeit und ist durch sein Gewicht ein regelrechtes Geschoss, das vor allem bei ungeschützten Treffern am Kopf lebensgefährlich sein kann. Wenn man also die Möglichkeit hat ganz ohne Plexiglasscheibe direkt am Eis zu fotografieren, dann sollte man wirklich größte Vorsicht walten lassen. Gerade Befreiungsschläge pfeifen oft sehr knapp an der Bande vorbei oder fliegen sogar nach draußen, man sollte also immer ein Auge auf das Spielgeschehen haben, auch wenn man gerade andere Motive ablichtet oder Bilder auf der Kamera betrachtet. In einigen Stadien herrscht deshalb auf diesen Plätzen auch Helmpflicht für Fotografen.
Ist das Fotografieren am Eis aber wegen der schlechten Plexiglasscheiben gar nicht möglich, dann bleibt immer noch die recht komfortable Möglichkeit, von der Tribüne zu fotografieren. Von dort kann man nicht nur sehr angenehm im Sitzen fotografieren statt an der kalten Bande stehend, man hat auch einen recht guten Überblick über den Spielverlauf. Gerade wenn man wenig Ahnung vom Eishockey hat, kommt einem der Sport anfangs unheimlich schnell und unübersichtlich vor.
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Ein erfolgreicher Torschuss aufgenommen von einer Position zwischen den beiden Spielerbänken ohne störendes Plexiglas. (195mm, Blende 2.8, 1/640s, ISO 1000)
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Was die Platzwahl betrifft, so hat man beim Eishockey fast unendlich viele Möglichkeiten. Es sind nicht nur die meisten Bereiche an der Bande zugänglich, auch lässt sich der Sport aus fast jedem Winkel gut ablichten. Man kann Torszenen sowohl von der Spielfeldmitte wie auch von seitlich neben oder hinter dem Tor sehr gut ablichten. Da das Spielfeld dabei nicht allzu groß ist, reicht fast immer eine Brennweite zwischen 70 und 200mm um einen sehr großen Radius abdecken zu können. Von der Tribüne aus sollte man sich für eine Spielfeldhälfte entscheiden und sich seitlich etwa mittig zu dieser platzieren, auch hier sollte man zumindest auf den unteren Rängen mit 200mm Brennweite zu Recht kommen. Bei großen Stadien oder einem Platz in der Mitte der gesamten Spielfeldbreite kann aber auch ein 300mm Objektiv sinnvoll sein. Da der gesamte Sport auf einer Ebene stattfindet eignet sich das Querformat meistens am besten.
Durch die besonders aus höheren Perspektiven vorhandene Dominanz der Farbe Weiß gestalten sich beim Eishockey Belichtung und Weißabgleich etwas tricky. Besonders die automatische Belichtung neigt dabei zum Unterbelichten der Bilder, wodurch das Eis letztlich grau statt weiß erscheint und die Spieler schlicht zu dunkel sind. Auf dem Kameradisplay lässt sich das manchmal nur mit dem Histogramm halbwegs sicher beurteilen. Die manuelle Belichtung ist hier meistens die bessere Wahl, während der Aufwärmphase oder den ersten Spielzügen sollte genug Zeit bleiben um die passende Einstellung zu finden. Aufpassen allerdings, wenn man sich auf die Einstellung aus der Aufwärmphase verlässt: In einigen Hallen wird erst zu Spielbeginn die volle Beleuchtung eingeschalten.
Ähnlich verhält es sich mit dem Weißabgleich: Der Kameraautomatik neigt besonders dank der frequentierenden Metalldampflampen in den meisten Stadien zu unterschiedlichen Weißabgleichen, die verschiedenen Farbstiche der Bilder werden auf den weißen Flächen dann besonders deutlich. Der Weißabgleich von Hand hilft hier weiter, findet man keine passende Farbtemperatur ist der manuelle Weißabgleich auf das Eis meistens die beste Wahl. Obacht geben muss man dabei noch auf mögliche Farbstiche in Plexiglasscheiben. Wechselt man dann die Position auf die Tribüne kann der alte Weißabgleich möglicherweise schon falsch sein.

5.5. Die Schnellen: Volleyball

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Dieser erfolglose Block des Spielers in weiß wurde von der Tribüne aufgenommen, damit sein Gesicht nicht von der Netzkante verdeckt wird. Nichtmal die sehr kurze Verschlusszeit von 1/1250s konnte den Ball vollständig einfrieren, die leichte Dynamik schadet dem Bild aber nicht. (200mm, Blende 2.0, 1/1250s, ISO 800)
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Im Gegensatz zum Eishockey wieder ein Sport, der oft in die Senkrechte geht. Was die Brennweite betrifft hat man je nach Halle fast unendlich viele Möglichkeiten. 70-200mm decken den Standardbereich bestens ab, mit Normalbrennweiten kann man, falls es erlaubt ist, nah am Netz sehr spektakuläre Perspektiven bekommen. Brennweiten ab 300mm aufwärts eignen sich dagegen um angreifende Spieler am Netz formatfüllend zu erwischen. Mit einer Brennweite zwischen 70 und 200mm kann man recht flexibel verschiedene Motive bekommen: Sowohl den angreifenden Spieler und den dazugehörigen Block am Netz – dafür empfiehlt sich ein leicht erhöhter Standpunkt nicht allzu weit vom Feld entfernt, damit die Netzkante nicht die Gesichter verdeckt – als auch baggernde oder stellende Spieler von einer seitlicheren Position in der Nähe des Netzes aus.
Wie immer gehört das Spielgerät, hier also der Volleyball, einfach mit auf das Bild, auch wenn das gerade bei dieser Sportart nicht immer einfach ist. Der Ball befindet sich nur einen kurzen Augenblick in der Nähe des Spielers, und genau diesen Moment gilt es durch gutes Timing zu erwischen. Selbst Kameras mit einer Bildfolge von 8 oder 10 fps erzielen hier nur Glückstreffer, das gezielte Abdrücken im rechten Moment liefert nach kurzer Eingewöhnung viel sicherere Ergebnisse.
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Ein Beachvolleyballer hechtet nach dem Ball. Solche Situationen lassen sich am besten von der Spielfeldmitte ablichten, von der aus man außerdem einen idealen Blick auf beide Spielfeldhälften hat. (125mm, Blende 3.2, 1/3200s, ISO 200)
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Um einen geschlagenen Ball noch scharf abzulichten ist eine Verschlusszeit von 1/800s fast das Minimum, zumindest beim Hallenvolleyball sind also große Blende und hohe ISO meistens nicht zu vermeiden. Beim Beachvolleyball in der Sonne ist diese Zeit natürlich meistens problemlos zu erreichen. Das Netz eignet sich zum vorfokussieren bestens, bei der Action sollte aber auf die Spieler selbst scharf gestellt werden, je nach Hauptmotiv also den Angreifer oder den Block. Dazu kann eventuell ein Fokuspunkt ober- oder unterhalb der Mitte bessere geeignet sein. Volleyball ist sowohl für Hoch- wie für Querformat geeignet, je nach Motiv und Geschmack.
Beim Beachvolleyball erlebt man dank des „weichen“ Spielfeldes und der nur zwei Spieler pro Team sehr oft spektakuläre Sprünge nach dem Ball, aufgewirbelter Sand unterstreicht die Action. In welche Richtung der Spieler dabei springen muss ist eine Glücksfrage, neben dem Netz sitzend ist die Chance für solche Motive allerdings nicht schlecht. Von dort aus hat man eine niedrige Perspektive und kann auf beiden Seiten auf einen entsprechenden Moment hoffen. Die Spezialitäten von Licht und Schatten bei Volleyball an der prallen Sonne sollte man sich übrigens nicht entgehen lassen!

5.6. Das Runde: Bahnsportarten

Auf Bahnen wird in ganz unterschiedlichen Disziplinen gefahren oder gelaufen, weshalb es natürlich schwierig ist für alle Möglichkeiten auch allgemeingültige Tipps zu geben. Beispiele wären zum Beispiel Rad-, Galopp- oder Trabrennen, aber auch verschiedene Laufdisziplinen, Eisschnelllauf oder Motorsport finden auf den bekannten Ovalstrecken statt. Einen Vorteil haben alle gemeinsam: Die Sportler kommen meistens öfters vorbei, was dem Fotografen bei relativ geringen Laufaufwand verschiedenste Motive und Techniken ermöglicht. Gleichzeitig läuft man natürlich Gefahr, dass am Schluss dennoch alle gleich aussehen, weshalb man sich zwingen sollte nach ein paar gelungenen Schüssen auch die Position und das Motiv zu wechseln.
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Mitzieher bei einem Sechs-Tage-Rennen in der Steilkurve. Das dunkle Hallendach wurde als Gestaltungsmittel eingesetzt. (16mm, Blende 4.0, 1/50s, ISO 200)
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Der Klassiker bei so ziemlich allen Bahnsportarten sind die Mitzieher, die dank der meist hohen Geschwindigkeiten auch relativ einfach bei „handhaltbaren“ Verschlusszeiten gelingen. Eine ideale Telebrennweite kann dafür wieder ein 70-200mm Objektiv sein, aber auch viel längere und viel kürzere Brennweiten eignen sich hier bestens. Mitzieher vermitteln die Dynamik des Sports und verwischen gleichzeitig den nicht immer schönen Hintergrund. Dabei sollte man dennoch darauf achten, dass zumindest wesentliche Bestandteile des Hauptmotivs scharf abgebildet werden. Das erfordert ein ruhiges Händchen und viel Übung, auch eine schnelle Serienbildfunktion kann zu einer höheren Ausbeute führen.
Besondere Dynamik vermittelt auch die Kurvenlage der Sportler, weshalb sich besonders Ein- und Ausgang der Kurven für schöne Motive eignen. Wenn die Möglichkeit besteht auch innerhalb des Ovals zu fotografieren sollte man diese Chance wahrnehmen, da die Sportler hier auf der Ideallinie meist sehr nah an der Streckenbegrenzung vorbeirauschen. Auch hier gilt aber wie immer: Den Sportler auf keinen Fall stören oder irritieren, bei Pferderennen ist besondere Vorsicht geboten.
Ansonsten gilt es sich an die Gegebenheiten anzupassen. Für Mitzieher ist häufig nicht besonders viel Lichtstärke notwenig, um Bewegungen einzufrieren kann aber in Hallen oder bei wenig Licht auch Outdoor durchaus eine offene Blende nötig sein. Bei Bahnradrennen wird häufig ein Blitz auf den zweiten Verschlussvorhang zum Einfrieren des Sportlers trotz Mitziehers eingesetzt. Tribünen rund um die Bahn können interessante Perspektiven ermöglichen und sollten immer einen Besuch wert sein, auch wenn man Zugang zu vermeintlich exklusiveren Standpunkten hat.

5.7. Das Gewaltige: Kampfsportarten

Kampfsportarten wie Boxen oder Ringen ermöglichen oft eine ungewöhnliche Nähe zum Geschehen, in dem man direkt am Ring stehen kann. Das erfordert entsprechende Brennweite von 24-70mm, für enge Close-Up-Aufnahmen auch manchmal etwas mehr. In manchen Fällen bleibt einem aber auch nur ein Fotoplatz relativ weit ab vom Schuss auf der Tribüne. In diesem Fall sind Brennweiten von 300mm aufwärts oft die einzige Wahl.
Hat man aber die Chance direkt am Ring zu stehen sollte man sich diese nicht entgehen lassen. Kurze Brennweiten vermitteln dem Betrachter, er wäre mittendrin im Kampf. Eine niedrige Perspektive, wie sie bei vielen erhöhten Boxringen ganz automatisch entsteht, lässt die Kämpfe zusätzlich intensiver wirken.
Am sichersten fährt man beim Boxen mit Oberkörperaufnahmen der beiden Kämpfer, wobei man hier das Autofokusmessfeld entsprechend auf die linke oder rechte Seite verlegen sollte, um nicht ständig auf den Hintergrund zwischen beiden Kämpfern scharf zu stellen. Ein Bild im Moment eines Treffers, fliegender Schweiß und Blut im Schweinwerferlicht vermitteln die Action, das geschundene Gesicht eines Kämpfers dokumentiert die Strapazen.
Bei Ringen, Karate oder ähnlichem empfiehlt es sich dagegen, auch die Beine mit aufs Bild zu nehmen, da diese oft wesentlich bei bestimmten Würfen oder Griffen beteiligt sind. Kann man hier nur weiter weg von der Matte fotografieren, dann ist eine Brennweite von 70-200mm wieder eine gute Wahl.
Eine gewisse Lichtstärke von mindestens 2.8 ist in den meistens eher schlecht beleuchteten Hallen solcher Veranstaltungen ohnehin wieder eine absolute Vorraussetzung.

5.8. Die Langwierigen: Ausdauersportarten

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Ein Radfahrer beim Ironman France zwischen den charakteristischen Palmen der Uferpromenade von Nizza. Der Bezug zur Umgebung ist bei Ausdauerssport besonders wichtig. (15mm Fisheye, Blende 5.6, 1/500s, ISO 100)
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Ausdauersportarten sind manchmal Fluch und Segen zu gleich: Einerseits dauern sie relativ lange, was Zeit gibt um verschiedene Bildideen auszuprobieren, andererseits gehen sie meistens über lange Streckenverläufe. Während Marathons meistens durch die halbe Stadt führen, legen Radrennfahrer oft hunderte Kilometer an einem Tag zurück. Das ermöglicht zwar viele Verschiedene Motive vor teils einmaligen Kulissen, allerdings stellt es gewisse logistische Anforderungen auch an den Fotografen. Manche Veranstalter bieten je nach Wichtigkeit des Medienvertreters eine Art Shuttleservice per Auto oder Motorrad an, mit dem man die führenden Teilnehmer immer wieder überholt um sie an neuen markanten Streckenpunkten zu fotografieren. Manchmal muss man sich selbst darum kümmern, ohne dabei aber die Strecke betreten geschweige denn befahren zu dürfen. Bei Marathon-Strecken in der Stadt kann hier ein Fahrrad gute Dienste erweisen.
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Je näher desto besser: Wasserauslauf eines Ironmans mit 16mm und Blitz. (16mm, Blende 7.1, 1/250s, ISO 100)
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Generell gilt es, sich die Streckenkarte vorher genau anzusehen, viele Veranstalter geben auch die zu erwartende Zwischenzeiten an. So kann man sich im Vorfeld überlegen, an welchen Stellen ein gutes Motiv zu erwarten ist und wie man dann von dort zum nächsten Punkt kommt. Solche Veranstaltungen schreien direkt danach, die Teilnehmer nicht nur einzeln freigestellt, sondern auch unter Einbeziehung der Kulisse zu fotografieren, die ja ein wesentliches Charakteristikum jedes Rennens ist. Bei Radrennen sind außerdem quälende Anstiege meist fotogener als rasante Bergabfahrten mit eingezogenem Kopf – leichter zu fotografieren sind die langsamen Bergauffahrten sowieso.
Wasserausläufe beim Triathlon, Verpflegungsstationen für Features und natürlich bei jeder Veranstaltung der Zieleinlauf des Siegers gehören zum Pflichtprogramm. Rechtzeitig zurück am Ziel zu sein muss also unbedingt eingeplant werden. Denn ein erschöpfter, aber jubelnder Sieger zieht immer.
Gerade weil man viel unterwegs ist und Standorte wechselt empfiehlt sich leichtes Gepäck. Ein Weitwinkel und ein Standard-Telezoom sind meistens schon genug, um eine große Vielfalt an Motiven entlang der Strecke ablichten zu können. Besonders von Vorteil ist es natürlich, wenn man im Team arbeiten kann, da sich die gesamte Veranstaltung so deutlich entzerrt und für jeden mehr Zeit bleibt, bestimmte, eventuell aufwändigere Bildideen umzusetzen. Entlang der Strecke sollte man als Einzelkämpfer genauso wie im Team ständig die Augen nach neuen Motiven offen halten, ist es doch bei Ausdauersportarten besonders vom Fotografen abhängig, wie gut die Fotos wirklich werden, da die Teilnehmer im Normalfall ja nur den immer gleichen Bewegungsablauf abspulen und so von den zum Glück seltenen Stürzen abgesehen kaum für besondere Bilder sorgen.

6. Nachbearbeitung

Ein kritisches Thema ist die Nachbearbeitung der geschossenen Sportfotos. Gerade die Möglichkeiten aktueller Software wie Photoshop verleitet heutzutage dazu, Bilder „totzubearbeiten“. Mit Filtern, Kontrasten und Farbmanipulation wird bei manchen Bildern versucht zu retten, wo eigentlich nichts zu retten ist. Ein anderer Punkt betrifft die Bildbeschriftung und Archivierung, wer nach längerer Zeit Bilder halbwegs schnell wieder finden will kommt darum kaum herum.

6.1. Digitale Bildbearbeitung

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Das fertige Bild und sein Ausgangmaterial: Auf der linken Seite wurde mittels Tonwertkorrektur der Kontrast deutlich angehoben, um den Licht-Schatten-Effekt zu verdeutlichen. Der Kontrast im Original rechts dagegen ist flau, das Bild entfaltet so nicht seine Wirkung.
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Im Idealfall kommt ein Sportfoto fertig aus der Kamera und hat überhaupt keine Nachbearbeitung mehr nötig. Dass das nur selten umzusetzen ist, versteht sich aber auch von selbst. Bei Festbrennweiten ist häufig noch die Anpassung des Bildschnitts notwendig, oft muss die Belichtung leicht korrigiert werden. Das sind Maßnahmen, die auch in der Analogfotografie üblich und nötig waren und die vielen Bildern erst den letzten Schliff verpassen. Dabei sollte man sich aber immer an den Leitspruch halten, „weniger ist mehr“. Je weniger man an einem Bild verändert, desto weniger kann man auch „verschlimmbessern“. Leichte Korrekturen veredeln ohnehin schon gut Bilder, ist das Ausgangsmaterial aber einfach schlecht, lässt sich mit digitaler Bearbeitung auch kaum mehr was retten. Stark unscharfe Bilder bieten keine Bildinformationen, um sie am Computer noch wirklich scharf zu zeichnen, aus komplett überstrahlten Bildstellen lässt sich meist auch nichts mehr retten. Wo Bildinformationen schlichtweg fehlen, kann der Computer auch nichts Vernünftiges mehr dazurechnen.
Deshalb sollte man schon bei der Aufnahme selbst tunlichst darauf achten, möglichst verwertbares Bildmaterial zu schaffen. RAW-Dateien bieten zwar dank ihrer unverarbeiteten Bildinformationen etwas mehr Möglichkeiten als JPEGs, aber auch hier lässt sich aus einem verhunzten Bild kaum noch etwas retten. Ob man den Speicherplatz und die Zeit zur Umwandlung einer Unmenge von RAW-Dateien opfern will steht noch auf einem ganz anderen Blatt.
Man sollte bereits im Moment der Aufnahme das fertige Bild im Kopf haben, auch wenn man dieses allein mit der Kamera noch nicht gleich genau so umsetzen kann, weil es einem zum Beispiel dank einer Festbrennweite an der Möglichkeit zur Veränderung des Ausschnitts mangelt oder man den Kontrast er nachträglich am Computer anpassen kann. Hat man aber dieses fertige Bild von Anfang an vor Augen, kann man die Aufnahme bereits bestmöglich umsetzen und am Computer perfektionieren. Nachträglich noch mit verschiedenen Bildschnitten oder Belichtungen zu experimentieren, ohne sich bei der Aufnahme nähere Gedanken dazu gemacht zu haben, funktioniert in den meisten Fällen eher nicht. Das eigentliche Gerät zur Bilderzeugung ist der Kopf und die Kamera, nicht der Computer zu Hause. Hier sollte nur vollendet werden, was vorher schon vor dem geistigen Auge entstanden ist und mit der Kamera bestmöglich umgesetzt wurde.
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Durch einen engeren Bildschnitt lässt sich die Wirkung des Bildes verbessern: Der Blick des Betrachters wird auf das Wesentliche konzentriert.
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Ein ganz spezielles Kapitel ist noch das Entrauschen von Bildern: Viele Fotografen scheinen fast panische Angst vor Bildrauschen zu haben, das nun mal bei hohen ISO-Empfindlichkeiten entsteht. Bei Sportaufnahmen ist auch starkes Bildrauschen also alltäglich, wie sonst soll man die entsprechend kurzen Verschlusszeiten selbst bei sehr lichtstarken Objektiven auch erreichen. Eingangs wurde bereits geschrieben, dass eine von Anfang an mit hoher ISO, aber richtig belichtete Aufnahme, immer noch rauschärmer ist als ein mit geringer ISO unterbelichtetes Bild, das anschließend wieder nach oben korrigiert werden muss. Das ist das erste Mittel, um Bildrauschen möglichst gering zu halten. Die zweite ist ein aktuelles Kameragehäuse, deren Sensoren von Generation zu Generation immer weniger ISO-Rauschen aufweisen. Lichtstärkere Objektive geben zusätzlich Spielraum, eine niedrigere Empfindlichkeit einsetzen zu können. Und zu guter letzt sollte man das verbleibende Rauschen einfach akzeptieren. Auf den meisten Ausbelichtungen wird das Rauschen kaum mehr zu sehen sein, dafür behält das Bild seine Natürlichkeit. Lässt man dagegen eine Entrausch-Software über das Bild laufen, verliert es an Details und Natürlichkeit. Fein strukturierte Flächen wie Haare werden weich gezeichnet, besonders die abgebildeten Menschen sehen dadurch meistens sehr unnatürlich aus. Bilder wirken dadurch im Anschluss oft sehr viel gröber als sie es durch das feine ISO-Rauschen vorher getan haben.

6.2. Bildbeschriftung und Archivierung

Die Digitalfotografie bringt die zweifelhafte Freude mit sich, dass man auf verhältnismäßig günstigen Speicherkarten immer wieder von neuem Unmengen Bilder speichern kann, ohne das dabei wie zu Filmzeiten horrende Kosten entstehen. Abgesehen davon, dass man im Sport ohnehin einen beträchtlichen Ausschuss an Bildern fabriziert, den man ohne Scheu einfach löschen sollte statt ihn für die Ewigkeit zu konservieren, muss man für den verwertbaren Rest natürlich eine geeignete Lösung zur Archivierung finden. Auch wenn man Bilder an Tageszeitungen oder Agenturen versenden will, erwarten diese natürlich eine gute und passende Beschriftung der Bilder zur korrekten Zuordnung.
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Bildverwaltungssoftware: Um auch bei einer großen Zahl von Veranstaltungen und Bildern noch die Übersicht zu behalten, ist Bildbeschriftung unerlässlich. Im Pressealltag gehören IPTC- und XMP-Daten ebenfalls zum Standard.
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Das Bildformat JPEG sieht hierfür die sehr mächtige Möglichkeit der IPTC-Daten vor. Diese Metadaten, die in der Bilddatei selbst gespeichert sind und so immer eine zweifelsfreie Zuordnung ermöglichen, bieten vielfältige Möglichkeiten zur Bildbeschriftung. Sie gehen weit über die von der Kamera selbst in die Dateien geschriebenen Informationen der EXIF-Daten hinaus, die eigentlich nur die verschiedenen technischen Aufnahmedaten in die Datei schreiben. IPTC-Daten ermöglichen ausführliches Vertexten des Bildinhaltes, was ein zuverlässiges Wiederfinden der Bilder auch in großen Datenbanken ermöglicht. Neben den obligatorischen Daten zu Aufnahmeort und –zeit lassen sich in der „Caption“ bis zu 2000 Zeichen lange Bildbeschreibungen verfassen, außerdem beliebig viele Stichwörter und zahlreiche weitere Infos zum Beispiel zum Fotografen oder dem gewünschten Bildnachweis. Die meisten Daten bleiben für alle Bilder einer Veranstaltung gleich, weswegen sie zur Zeitersparnis in einigen Programmen vorgegeben beziehungsweise mit Stapelverarbeitung zugewiesen werden können. Individuell unterschiedlich sollten aber zumindest die Caption und bei Bedarf die Schlüsselwörter sein, in denen man vor allem Bildspezifische Daten wie die abgebildeten Personen und deren Funktion und Handlung eingibt. So lassen sich durch entsprechende Suchanfragen in der Bildverwaltungssoftware oder in Online-Datenbanken leicht und schnell Bilder von bestimmten Personen oder Situationen wieder finden. Natürlich eignet sich diese Art der Bildbeschriftung auch für jede andere Art der Fotografie und wird mit zunehmender Zahl von Bildern immer wichtiger. Dabei sollte man von Anfang an sehr strukturiert und durchdacht vorgehen und zum Beispiel standardisierte Stichwörter oder Begriffe zur Bildbeschreibung verwenden, um bei der späteren Suche alle relevanten Bilder zu erfassen.
Neben den IPTC-Daten gibt es vor allem in Adobe-Programmen und einer zunehmenden Zahl anderer Software auch die Möglichkeit der XMP-Daten, die in sehr ähnlicher Form ebenfalls eine ausführliche Vertextung der Bilder mit Metadaten ermöglichen und über kurz oder lang wohl zum Standard werden könnten. Ihre Funktionsweise ist ähnlich, welchen Standard man benutzt bleibt einem selbst und der verwendeten Software überlassen. Die meisten Programme zur Bildverwaltung unterstützen heute beide Möglichkeiten.
Wie man seine Bilder abspeichert bleibt ebenfalls vor allem dem persönlichen Geschmack und der eigenen Logik überlassen. Man kann Dateien entsprechend dem Aufnahmedatum mit fortlaufender Nummer umbenennen oder mit Originaldateinamen archivieren, sie in einzelne Kategorien und Veranstaltungsspezifische Ordner stecken oder von einer Software automatisch archivieren lassen. Der wichtigste Punkt wurde ja schon eingehend behandelt: Das A und O ist letztlich die gute Bildbeschriftung, für die man nach oder während der Veranstaltung entsprechende Zeit einplanen sollte, die mit etwas Übung und strukturiertem Vorgehen aber sehr schnell von der Hand geht. Dadurch lassen sich Bilder egal in welcher Form sie sonst gespeichert wurden mit einer entsprechenden Bildverwaltungssoftware leicht wieder finden. Von Freeware-Programmen wie Google Picasa über eigenständige Lösungen mit integrierten Bildbearbeitungsfunktionen wie ACDSee bis hin zu schon sehr auf die Bedürfnisse von Profis zugeschnittenen Programme wie FotoStation oder PhotoMechanic hat man je nach Bedarf und Budget eine reiche Auswahl an entsprechenden Verwaltungslösungen. Da es von den meisten Programmen kostenlose Demo-Versionen gibt, bietet es sich natürlich an, einige Produkte erstmal auszuprobieren um die ideale Lösung zu finden. Auswahl gibt es jedenfalls genug.

7. Verhalten am Sportplatz

Ein abschließendes Kapitel muss leider auch noch sein, nämlich das zum angemessenen Verhalten während des Fotografierens. Unter Amateuren wie Profis ist der Egoismus gleichermaßen verteilt, dass man unbedingt als erster vorne dran sein muss um das vermeintlich beste Foto zu bekommen. In der Hoffnung auf ein gutes Bild gefährden manche nicht nur sich selbst, sondern auch die Sportler. Dabei sollte eigentlich jeder wissen, dass kein Bild so gut und so wertvoll ist, dass man dafür sein Leben oder das anderer gefährden darf. Wenn manche Fotografen erst im allerletzten Moment dem heranrasenden Rallyewagen ausweichen, dann hat das nichts mit Wagemut, sondern nur mit purer Dummheit zu tun.
Gleiches gilt beim Umgang mit großen und kleinen Tieren: Man kann nicht abschätzen, wie diese auf das Rattern eines Kameraverschlusses oder einen Blitz reagieren werden, im Zweifel sollte man es also lieber lassen.
Doch auch im kleineren und ungefährlichen Maßstab gilt, dass man als Fotograf auf keinen Fall Einfluss auf das Geschehen nehmen sollte. Man ist immer Gast bei der entsprechenden Veranstaltung und sollte sich entsprechend verhalten. Es ist unnötig, die Blicke auf sich zu ziehen und erschwert nur einem selbst und anderen Kollegen die Arbeit. Regeln für Fotografen sind bei einigen Veranstaltungen unter anderem deshalb so streng, weil sich in der Vergangenheit einige nicht zusammenreißen und entsprechend verhalten konnten. Die Folgen dieses Verhaltens bekommt dann nicht nur der Verursacher (dieser aber unter Umständen in Form eines Hausverbotes oder gar einer Anzeige oder Klage besonders intensiv), sondern auch jeder andere Kollege zu spüren.
Deshalb sollte man auch in den stressigsten Situationen und den vermeintlich spektakulärsten Momenten erstmal einen kühlen Kopf bewahren, was meistens sowieso noch mit den durchdachteren, besseren Bildern belohnt wird. Man sollte im eigenen Interesse die Regeln des Veranstalters befolgen, auch wenn einige schwarze Schafe der Zunft sich darüber hinwegsetzen, und man sollte die Highlights der Veranstaltung fotografieren statt durch unpassendes Verhalten selbst eines zu werden.
Abschließend soll noch einmal erwähnt werden, worauf eingangs schon verwiesen wurde: Man muss nicht in den höchsten Spielklassen fotografieren um schöne Bilder zu bekommen! Zwar bieten hohe Ligen oft besseres Licht, dafür bieten Amateurveranstaltungen oft viel mehr Freiheiten, es muss keine Rücksicht auf freie Blickwinkel für TV-Kameras genommen werden und vor allem: Jeder hat Zugang. Damit fehlt zwar der im Vorwort erwähnte "exklusive Zugang", den man zum Beispiel als akkreditierter Fotograf bei einem Bundesligaspiel genießt, aber das kann beim besten Willen kein Kriterium für gute Sportfotos, sondern nur für das eigene Ego sein. Wer in den höchsten Spielklassen gemäß der Akkreditierungsrichtlinien fotografiert hat es sich hart erarbeitet. Und Arbeit ist das richtige Stichwort: Fotografen dort arbeiten und sitzen nicht zum Spaß bei Schneeregen oder brütender Hitze dort, sie fotografieren als Bildjournalisten das, was der gemeine Leser am nächsten Tag in der Zeitung zu sehen bekommt. Der Veranstalter verspricht sich also etwas von deren Arbeit und gewährt deshalb nur hauptberuflichen Fotografen großer Agenturen oder Zeitungen Zutritt, zurecht. Das sollte man respektieren und sich als Amateur an dem erfreuen, was bereits in niedrigeren Spielklassen möglich ist, und das ist das meiste! Nicht die Prominenz des Motivs entscheidet über das Gelingen eines aussagekräftigen, kreativen oder einfach schönen Sportfotos!

8. Schlusswort

Abschließend bleibt eigentlich nur noch eines zu sagen, dass auch einige Kapitel zuvor bereits erwähnt wurde: Regeln sind da um gebrochen zu werden. Das Kapitel zum „Verhalten am Sportplatz“ einmal ausgenommen, sollte das zumindest für alle anderen Teile dieser Einführung gelten. Was hier an Tipps mit auf den Weg gegeben wurde sollte für souveräne, gelungene Sportfotos reichen, aus der Masse abheben kann man sich aber nur mit eigenen kreativen Ideen und Versuchen. Keine Anleitung der Welt kann so etwas allgemeingültig vermitteln, aber sie kann ein Verständnis für das Handwerk und Grundfertigkeiten aufzeigen.
Aber nur wer über die Standardkost hinaus neue, kreative Bildideen hat, andere Blickwinkel und Details entdeckt und sich über bestimmte Konventionen hinwegsetzt, der wird das schaffen wovon doch jeder Fotograf träumt: Einmalige, ästhetische, spektakuläre, intensive Bilder schaffen.