
Zweikampf an der Bande hinter dem Tor. Das Foto wurde relativ schräg durch eine Plexiglas-Scheibe aufgenommen, ohne diese verkratzte Scheibe dazwischen hätte das Bild deutlich mehr Brillanz. (130mm, Blende 2.8, 1/400s, ISO 1600)
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Nicht ungewöhnlich ist beim Eishockey die Perspektive von der Tribüne, was vor allem mit den teils schlechten Fotobedingungen hinter Plexiglas zusammenhängt. Verkratzte und schmutzige Scheiben machen das Fotografieren dort zur Qual: Sie rauben nicht nur Kontrast und Schärfe sondern auch Autofokusgeschwindigkeit, vor allem je schräger man zur Scheibe steht. „Schießscharten“ extra für Fotografen im Plexiglas sind leider auch sehr rar gesät. Hat man allerdings die Möglichkeit, durch halbwegs saubere, klare Scheiben zu fotografieren, sollte man sich diese Perspektive nicht entgehen lassen, zieht sie den Betrachter doch viel näher ins Geschehen mit ein als von oben. In einigen wenigen Hallen gibt es zumindest für Pressefotografen noch die Möglichkeit, zwischen den Spielerbänken ganz ohne lästige Glasscheibe zu fotografieren, was der Bildqualität natürlich entsprechend zu gute kommt. Für normale Zuschauer sind diese Bereiche aus Sicherheitsgründen inzwischen aber meistens gesperrt. Womit wir auch bei einem wichtigen Punkt für die dort anwesenden Fotografen sind: Ein mit voller Kraft abgefeuerter Puck erreicht eine unglaubliche Geschwindigkeit und ist durch sein Gewicht ein regelrechtes Geschoss, das vor allem bei ungeschützten Treffern am Kopf lebensgefährlich sein kann. Wenn man also die Möglichkeit hat ganz ohne Plexiglasscheibe direkt am Eis zu fotografieren, dann sollte man wirklich größte Vorsicht walten lassen. Gerade Befreiungsschläge pfeifen oft sehr knapp an der Bande vorbei oder fliegen sogar nach draußen, man sollte also immer ein Auge auf das Spielgeschehen haben, auch wenn man gerade andere Motive ablichtet oder Bilder auf der Kamera betrachtet. In einigen Stadien herrscht deshalb auf diesen Plätzen auch Helmpflicht für Fotografen.

Ein erfolgreicher Torschuss aufgenommen von einer Position zwischen den beiden Spielerbänken ohne störendes Plexiglas. (195mm, Blende 2.8, 1/640s, ISO 1000)
Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de
Was die Platzwahl betrifft, so hat man beim Eishockey fast unendlich viele Möglichkeiten. Es sind nicht nur die meisten Bereiche an der Bande zugänglich, auch lässt sich der Sport aus fast jedem Winkel gut ablichten. Man kann Torszenen sowohl von der Spielfeldmitte wie auch von seitlich neben oder hinter dem Tor sehr gut ablichten. Da das Spielfeld dabei nicht allzu groß ist, reicht fast immer eine Brennweite zwischen 70 und 200mm um einen sehr großen Radius abdecken zu können. Von der Tribüne aus sollte man sich für eine Spielfeldhälfte entscheiden und sich seitlich etwa mittig zu dieser platzieren, auch hier sollte man zumindest auf den unteren Rängen mit 200mm Brennweite zu Recht kommen. Bei großen Stadien oder einem Platz in der Mitte der gesamten Spielfeldbreite kann aber auch ein 300mm Objektiv sinnvoll sein. Da der gesamte Sport auf einer Ebene stattfindet eignet sich das Querformat meistens am besten.